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TRENDVIEWS of FASHION, ARTS & LIFESTYLE


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Montag, 18. Juli 2016

Harry Graf Kessler – Flaneur durch die Moderne



Die „Stiftung Brandenburger Tor“ zeigt im MaxLiebermann Haus an Pariser Platz in Berlin (gleich neben dem Brandenburger Tor) eine wunderbare Ausstellung über Harry Graf Kessler.

Harry Graf Kessler war Kunstsammler, Mäzen, Verleger, Diplomat, Dandy und ein scharfer Beobachter seiner Zeit. Fast sein ganzes Leben lang führte er Tagebuch. Seine Eindrücke, Gedanken und Beobachtungen hielt er hier akribisch fest. 1968 in Paris geboren, der Vater war ein deutscher Bankier, die Mutter aus irischer Adel. Als er elf Jahre alt ist, wird die Familie geadelt. Er sprach fließend, Deutsch, Englisch, Französisch konnte Latein und Alt-Griechisch. Er war einer der schillernden Figuren in der europäischen Kulturgeschichte.

Heute würde Harry sicherlich auf allen sozialen Medien unterwegs sein, Facebook, Twitter, Instagram. Damals, seit seinem zwölften Lebensjahr, fing er an täglich in sein Tagebuch zu „posten“, was er zwischen Berlin, Paris und London erlebte. Bis zu seinem Tod im Jahre 1937 sammelten sich so 15 000 eng beschriebene Seiten an, darin erwähnt: 12 000 Personen. Heute wäre er sicherlich ein erfolgreicher „Blogger“ und „Social Media Influencer“.

Blick auf einen Teil der Tagebücher von Harry Graf Kessler
Wie aktuell die Person und die Gedankenwelt Kesslers heute noch sind, präsentiert die Ausstellung im Max Liebermann Haus. Tief beeinflusst von Nietzsche analysierte er sein gesellschaftliches Umfeld und schrieb dies in seinen Tagebüchern nieder. Unter dem frischen Eindruck der Geschehnisse vermittelt er ein Bild der zwanziger Jahre von einer Lebendigkeit, wie sie sonst kaum zu finden ist. Ein Fest für Kulturhungrige, Geschichtsbegeisterte und Wissbegierige. Ich habe mir im Anschluss gleich die Taschenbuchausgabe der Tagebücher von 1918-1937 bestellt.

Die Ausstellung geht noch bis zum bis 21. August 2016
Mo/Mi/Do/Fr 10-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr.

An Donnerstag, 21. Juli, 19:30 Uhr findet ein Vortrag von John Dieter Brinks statt:
Der Mentor. Harry Graf Kesslers Nietsche-Erlebnis.

"Harry Graf Kessler - Flaneur durch die Moderne",
Liebermann-Haus, Pariser Platz 7, Berlin.
Katalog zur Ausstellung (Nicolai Verlag) 24,95 €.

Sonntag, 17. Juli 2016

Foreign Affairs 2016 - das Art Festival begeisterte bis zum Sonnenaufgang


Die fünfte und letzte Ausgabe des internationalen Performing Arts Festival endete am frühen Morgen des 17. Juli. Ausgehend von der Zusammenarbeit mit dem diesjährigen Focus-Künstler William Kentridge hatte der künstlerische Leiter Matthias von Hartz internationale Künstler*innen eingeladen, Projekte zum Themenfeld 'Uncertainty' mit dem Festivalteam zu entwickeln (siehe unser Bericht vom 4. Juli).

Habe die wichtigten drei Bücher im Zusammenhang mit den Kentridge Festivalhöhepunkten gleich mal erstanden.
Das 12-tägige Festival begeisterte besonders mit den Veranstaltungen des afrikanischen Künstlers William Kentridge. Das transdisziplinäre Werk von Kentridge verband sein bildnerisches Schaffen (im Martin-Gropius-Bau)  mit seinen performativen Arbeiten im Haus der Berliner Festspiele. Diese Festivalaufführungen, Projektionen und Installationen waren für mich ein Festival-Highlights. Ein Höhepunkt die Aufführung „Refuse the Hour“ aus der Zusammenarbeit mit Philip Miller, Dada Masilo, Catherine Meyburg und Peter Galison. Sie war Teil  der "Drawing Lessons" und bildete als sechster Teil der "Lessons" einen fulminanten Abschluss.  Für Foreign Affairs 2016 inszenierte Kentridge unter dem Titel „Berlin Memory“ die bereits 49. „Drawing Lesson“.

Auschnitt aus der Aufführung „Refuse the Hour“ im haus der Berliner Festspiele | Foto© Circus Mag

Standing Ovation für „Refuse the Hour“ | Foto © Circus Mag

Aufführung „Paper Music“ mit William Kentridge (Mitte) im Martin-Gropius-Bau
| Fotos © Circus Mag
Eröffnet wurde die Aufführungsreihe mit den Ciné-Concert „Paper Music“ von William Kentridge im Martin-Gropius-Bau. Es ist das jüngste Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit zwischen William Kentridge und dem südafrikanischen Komponisten Philip Miller. Wunderbar und überzeugend, ja berauschend war der subversiver Lied-Zyklus: die Videoanimationen aus Kohle- oder Tuschezeichnungen untermalt von der Live-Performance der Sängerinnen Ann Masina und Joanna Dudley sowie des Pianisten Vincenzo Pasquariello.

Filmprojektion auf der Festspielhausfassade |
Foto© Christopher Hewitt

Foto© Christopher Hewitt

Die 44 Meter lange Filmprojektion „More Sweetly Play the Dance“ von William Kentridge ist im Rahmen des Projekts „NO IT IS !“ nicht nur im Martin-Gropius-Bau, sondern auch an der Festspielhausfassade zu erleben. Die großflächige Projektion bildete das Entrée zur Nachtausstellung.


Die große Kentridge-Werkschau „NO IT IS !“ ist übrigens noch bis zum 21. August im Martin-Gropius-Bau zu sehen, Niederkirchnerstr. 7, Mi bis Mo 10–19 Uhr. 

Samstag, 16. Juli 2016

„Chinese Whispers“ im Haus am Waldsee


„Chinese Whispers“ ist übersetzt so wie „Stille Post“. Einige kennen vielleicht noch das beliebte Kindergeburtstagsspiel: eine Person überlegt sich einen kurzen Satz, der wird flüsternd weitergegeben und am Ende kann man sich nur wundern was aus der ursprünglichen Nachricht geworden ist.

Mit dieser Idee der „Stillen Post“ (Chinese Whispers) hat der Fotokünstler Ingo Mittelstaedt (*1978)  zum 70. Geburtstages des Hauses am Waldsee mit der umfangreichen und bisher unveröffentlichten Sammlung des Rechtsanwalts und Kunstexperten Peter Rau eine Ausstellung gestaltet. „Chinese Whispers“ sieht Ingo Mittelstaedt nicht als Hommage an den herausragenden Anwalt der Künste und Sammler, Peter Raue, noch als das Ergebnis einer kuratorischen Leistung. Vielmehr sieht er sich dabei als Arrangeur und die Gesamtinstallation als eigenes Kunstwerk.

Mittelstaedt's räumlichen Ideentransformationen im Erdgeschoss

In acht Raumbildern bricht Mittelstaedt Hierarchien der Kunstgeschichte auf und unterläuft herkömmliche Regeln der Ausstellungspraxis. Wie in einem digitalen Netzwerk geraten Werke aus der Sammlung, Fotografien und Fundstücke aus seinem Atelier in ein ebenso dichtes, wie leises und überraschendes Gespräch darüber, wie künstlerische Ideen im 21. Jahrhundert lebendig bleiben.

Eine künstlerische Praxis gesteuerter Zufälle

Gestern Abend fand als begleitendes Ausstellungsprogramm ein Künstlergespräch mit Prof. Dr. Peter Raue und Ingo Mittelstaedt unter der Moderation von Dr. Katja Blomberg statt. Überraschend war wie Raue und Mittelstaedt diesen Transformationsprozess der Kunstwerke bewerten. Peter Raue hat anfangs noch versucht diesen Prozess des Arrangements von Ingo Mittelstaedt zu verstehen, dies war ihn aber zu wild und er hat seine Sammlung ohne weiteren Kommentar vertrauensvoll den Arrangeur überlassen.

In der Tradition der Londoner Independent Group der frühen 1950er Jahre arrangiert Mittelstaedt Kunst, Fotografien und eigene Fundstücken zu einem neuen fotogrfischen Bild.

Ingo Mittelstedt stellte seine Sichtweise und seinen Ansatz der Herangehensweise dem Publikum vor. Gerade die „Podestarbeit“ im Erdgeschoss (Mittelstaedt bezeichnete sie auch als Travestie-Show) ist für ihn ein Spiel zwischen den Dimensionen: 2D, 3D und dann wieder auf 2D zu reduzieren. In seinen Arrangements versucht er Bilder aus der Perspektive der Fotografie und der Ästhetik umzusetzen. So entstanden z. B. auf dem Podest neue Bilder aus Kunst- und persönlichen Fundstücken. Wichtig sei ihm dabei der Dialog, der aus diesen Arrangements entsteht. Die Dinge aufzulösen und von der Funktion zu befreien.

Die Rezeptionsgeschichte eines Kunstwerkes ist offen und wandelbar.

Kunst bekommt eine neue Bedeutung – Entwertung oder doch eher Neuverwertung? Die Kunststücke werden von den gesellschaftlichen Normen und (monetären) Bewertungen befreit und auf ihre künstlerischen Inspirationsquellen zurückgeführt. Auch persönlichen Fundstücken besitzen einen Wert. Die Konstellation und die Nähe der Kunst zu den Fundstücken beeinflussen die Werke und setzen eine solche Neubewertung in Gang.

Podestarbeit im Erdgeschoss, im Hintergrund die 20-teiligen Serie von David Hockney
Ingo Mittelstaedt nimmt das Gedicht von Wallace Stevens sowie die Serie von David Hockney als Ausgangspunkt, um „Chinese Whispers“ in Gang zu setzen.

Zwei weitere Schwerpunkte seiner räumlichen Ideentransformationen schafft Ingo
Mittelstaedt im Obergeschoss des Hauses am Waldsee. Hier stehen Arbeiten von
Marcel Broodthaers und Rebecca Horn im Fokus.

„Chinese Whispers“ zeigt insgesamt acht sprechende Bilder im Raum. Sie setzen sich aus über einhundert Kunstwerken aus der Sammlung Peter Raue, an die vierzig Fotoarbeiten von Ingo Mittelstaedt sowie Fundstücken und Objekten aus dem Atelier des Künstlers zusammen. Dabei stammen viele der in den Diskurs aufgenommenen Arbeiten von Künstlern, die früher bereits im Haus am Waldsee ausgestellt haben: Cy Twombly (1963), Joseph Beuys (1967), Rainer Kriester (1972), Marcel Duchamps (1973), Marcel Broodthaers (1974), David Hockney (1975), Rebecca Horn (1975) und Gotthard Graubner (1987).

Die Ausstellung geht noch bis zum 28.08.2016.
Dienstags - Sonntags, 11-18 Uhr, Montags geschlossen

Es erscheint ein Katalog. Hrsg. und eingeführt von Katja Blomberg, mit einem Essay von Wolfgang Ullrich. Verlag Walther König, Deutsch/ Englisch. 80 S., € 18

Haus am Waldsee 
Internationale Kunst in Berlin
Argentinische Allee 30
D-14163 Berlin
www.hausamwaldsee.de


Begleitend zu jeder Ausstellung bietet das Haus am Waldsee Kuratorenführungen, Künstleressen und Künstlergespräche im großen Kreis an.
Kontakt:
s.witt@hausamwaldsee.de oder 030 - 801 89 35

Besonders inspirierend sind die Yoga-Stunden am Morgen. Die Erfahrung der Kunst und des Yoga erweitern unseren Wahrnehmungshorizont. Sie schulen Toleranz und Einfühlungsvermögen und lassen uns gelassener auf die Herausforderungen des Alltags blicken. Die Yogakurse finden immer mittwochs von 9 bis 10.30 Uhr statt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (Einzelstunde: € 12)

Sonntag, 26. Juni 2016

The Floating Piers - Christo am Iseosee, Italien




Das Kunst-Happening im Sommer 2016
Gastbeitrag von Juliane Rohr




Sieben Frauen fahren gemeinsam in einem VW-Bus an einem Juni-Montag zu Christos „The Floating Piers“ an den Lago d’Iseo. Das klingt verführerisch, zumal nach dem ersten Wochenende die erste Welle des Besucheransturms auf das Großprojekt abgeebbt sein müsste.



Nichts da - wir kommen gar nicht bis an den See. Schon vor Iseo wird unsere Truppe von der Polizei auf irgendeinen Parkplatz an einem Mini-Fußballstadion abgefangen und zum Parken verdonnert. 200 Meter weiter - zu Fuß über einen Feldweg - fange ich an zu zweifeln, ob der Ausflug wirklich so eine gute Idee war: Wir stehen an einem riesigen Parkplatz vor einem Möbelhaus und sind definitiv nicht die einzigen, die auf den Shuttlebus nach Sulzano warten. Von dort aus kämen wir auf den ersten Steg, der zur Monte Isola führt... Glück. Es geht schneller als erwartet und nach einer guten halben Stunde spuckt uns der stickig, überfüllte Bus in dem Örtchen am Iseosee wieder aus. Erster Blick: Polizei, Ordner, Absperrgitter und Menschengewirr. Eine Mischung aus Woodstock und Disneyland.



Der bereits auf den Bürgersteigen ausgelegte, wegweisende, orangefarbene Teppich lockt dann doch. Ruck zuck – dank gewitzter Abkürzung entdeckt von einer Freundin über den Christo-Fan-Shop - gelangen wir auf den ersten schwimmenden Wanderweg. Und sind sofort verzaubert. Barfuß geht es über den Stoff, der dekorative Falten wirft und sich fast wie Sand anfühlt, selbst am Rand, wenn Wasser darüber schwappt. Berühren der Kunst ist ausdrücklich erlaubt. Jeder wird hier zum Teil des Kunstwerks. Der schier unendliche Menschenstrom, der sich über das Wasser schiebt, verteilt sich auf dem 16 Meter breiten Weg erstaunlich gut. Abgrenzungen zum Wasser gibt es nicht, das würde den Zauber zerstören – alle paar hundert Meter stehen allerdings Guards und rote Schlauchboote sind für Notfälle im See unterwegs.



Christo beschenkt und verführt uns die nächsten Stunden auch mit dieser Traumkulisse: Der in der Sonne funkelnde See, dahinter erheben sich steile Berge, auf der Monte Isola drücken sich die Häuser malerisch an den Berg und wirken wie eine Theaterkulisse. Ständig ziehen uns neue Blicke in den Bann, verschieben sich die Sichtachsen auf den orangen Linien, die über dem Wasser schweben.


Eigentlich sind die Floating Piers nutzlos, das sagt der bulgarisch stämmige Künstler sogar selber. Ja, man kann drüber laufen, aber ist es Kunst? Öffentliche Kunst – Kunst für alle. Es geht um Gefühle: sehen, sich bewegen, barfuß fühlen und genießen. Die Atmosphäre ist es, die einen ganz und gar gefangen nimmt. Wasser, Wellen, Wind und Wärme – kitschiger geht es kaum. Der Aperol Sprizz und ‘ne dicke Tüte salzige Chips schmecken uns mit Blick auf die Insel San Paolo und deren orangefarbener Umrandung besonders gut.




Warum nicht im Chaos der immer lauter werdenden Weltgeräusche von Populismus, Brexit usw. einfach mal Schönheit und Freude pur schenken? „Grazie Christo“ rufen die Menschen auf den Wasserwegen, als der Künstler tatsächlich mit einem doppelstöckigen Boot vorbeirauscht.  




Diese Stege sind ein Eingriff in die Landschaft des Iseosees. Von oben wirken sie wie ein abstraktes Gemälde. Typisch für den 81jährigen, knöpft er sich auch Architektur vor und verändert sie – wie am Reichstag 1995 in Berlin oder 1994 im Schraubenmuseum von Mäzen Reinhold Würth im schwäbischen Gaisbach. Seine Kunsteingriffe kann man auch nicht mögen, ihnen mit Skepsis und Kritik begegnen. Schon weil sie als Großprojekte die Umgebung in den zwei Wochen ihres Daseins nachhaltig verändern. Keine Frage.

Uns sieben Frauen aber haben die Stunden auf dem Iseosee mit die magischsten Momente des Jahres geschenkt. Und den vielen Menschen, denen wir dort begegnet sind wohl auch – zumindest ihrem Lächeln nach zu urteilen.

http://issuu.com/tokipoki/docs/christo_the_floatingpiers_2016_jr?e=2194082/36787226
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Fakten: 3 Kilometer führen die Stege über den Iseosee zur Monte Isola und San Paolo-Insel
Sie sind 16 Meter breit und 35 Zentimeter hoch
220 000 Kunststoff-Schwimmwürfel werden von
100 000 Quadratmetern safrangelbem Polyamidgewebe umhüllt, das je nach Lichteinfall gelb, orange oder rötlich wirkt.
190 Ankern halten die Stege.
Kosten 15 Mio. Euro, die Christo mit Verkauf von Kunst rund um das Projekt selbst aufbringt.
22 Monate brauchte er für die Realisierung des Projektes. Die erste Idee dazu hatte Christo schon vor 46 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Jeanne-Claude eigentlich für das Rio de la Plata Bassin in Argentinien, aber die Behörden dort gaben kein Go.

Mehr Infos unter www.thefloatingpiers.com

Noch bis zum 3. Juli 2016
Der Eintritt ist frei.
Eigentlich 24 Stunden zugänglich -  zwischenzeitlich waren die Stege nachts für Wartungsarbeiten gesperrt einfach auf der webseite checken
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Text & Fotos ©2016 Juliane Rohr


Dienstag, 15. September 2015

Berlin Art Week 2015 präsentiert Fluids | Happening by Allan Kaprow

 Anlässlich des Kooperationsprojekts STADT/BILD zeigt die Neue Nationalgalerie Fluids. A Happening by Allan Kaprow,1967/2015. Während der Berlin Art Week sind vier Berliner KünstlerInnen und –gruppen eingeladen im Berliner Stadtraum auf das legendäre Happening von Allan Kaprow, das erstmals 1967 in Kalifornien stattfand, zu reagieren. Zusätzlich entsteht eine Rekonstruktion der ursprünglich aus Eisblöcken gebauten Struktur an der Neuen Nationalgalerie. 

Allan Kaprow, Fluids, 1967/2005, Reinvented in 2005 during Art Basel, Courtesy Allan Kaprow Estate and Hauser & Wirth

Hier ein Zwischenbericht zum Bau der Eisblöcke auf der Terrasse der Neuen Nationagalerie - heute so gegen 14 Uhr. Beginn des Aufbaus war 11 Uhr. Heute abend, 18 Uhr ist dann die Eröffnung der Historische Version auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin.






Sonntag, 21. September 2014

Berlin Art Week - POSITIONS Part II


As a part of Berlin Art Week POSITIONSBERLIN is taking place from September 18th to 21st. This year for the first time, Kristian Jarmuschek, former co-director of PREVIEW BERLIN ART FAIR, and his team present this new art fair  format. Kristian Jarmuschek and his team are offering 52 international exhibitors the possibility to show their spotlights contemporary art in Berlin at Kaufhaus Jandorf, showing both upcoming and more established artists. 
www.positions.berlin

Also see the report on Position by our guest blogger Juliane here>>


Maurice van Tellingen


Brian Duggan - This short-Term Evacuation

Xenia Fink

Ralf Kopp - Serie "Realitätsprinzip" 2013 (Diasec)

Photo series by Christian Rothmann: Robotnics! (@CvH16)

Ulrich Kochinke - fruehsorge contempory drawings


Kevin A. Rausch - Silence is closer

Paul Vergier - L'espace du manque 2013 (oil painting)



Sefan Hoenerloh
Liu Guangyun

Liu Guangyun

The venue qualifies superbly for the concept of the new fair: Together with Knut Völzke of the design studio Leise, there has been invented an open exhibition architecture, that is reacting to the space and thus integrates it as part of the presentation. Up to 50 chosen international exhibitors will have the possibility to show their represented artistic positions here.  

POSITIONSBERLIN
18 – 21 September 2014
at Kaufhaus Jandorf, Berlin-Mitte

www.positions.berlin

Berlin Art Week - POSITIONS Part I


Gastbeitrag von Juliane Rohr, Journalistin, Berlin.

Eine Woche für die Kunst geht zu Ende. Noch nicht auf der Berliner Art Week gewesen? Dann nichts wie los. Das wechselhafte Wetter lädt zum Schauen auf die „Positions“ in das herrlich abgeschrabbelte Kaufhaus Jandorf am Weinberg in Mitte. Eine neue, vielversprechend Messe, nachdem die Preview letztes Jahr nicht überlebt hat, weil sich die Umsatzerwartungen nicht erfüllten. Alles auf Anfang.

Kristian Jarmuschek vor den Roboter-Porträts "Robotnics!" (www.photoseeker.de)



„Wir schauen schlaglichtartig auf die zeitgenössische Kunstszene Berlins“, so Messegründer Kristian Jarmuschek. Er stellt die „Positions“ breiter auf, jetzt findet der Besucher auch etablierte Künstler. 52 Galerien aus neun Nationen stellen auf zwei Stockwerken aus. Es macht gute Laune in den größtenteils sehr offenen Kojen, die aus Pappwänden bestehen, Kunst zu entdecken.
Anke Eilergerhard - Kitchen Plastics (silicone sculptures) www.art-felicia.li
Ulrich Kochinke, fruesorge contemporary drawings.

Große knubbelige Skulpturen von Anke Eilergerhard (Galerie Art Felicia) die Baisierartig daherkommen, fotorealistische Malerei wie die von Pail Vergier (Lorch + Seidel Contemporary) oder die Installation „This short-term evacuation“ von Brian Duggan (balzer art projets). Das verkleinert dargestellte Riesenrad wirkt auf den ersten Blick poetisch. Genau hingesehen, erkennt der Betrachter, dass die Stahlstreben rostig sind. Es hat eine traurige Geschichte: Das Original steht in der Nähe von Tschernobyl, sollte sich eine Woche nach dem Reaktorunglück am 26. April 1986, beim Frühlingsfest in Pripjat drehen. Nun rostet es vor sich hin in der Geisterstadt drei Kilometer vom Kraftwerk entfernt in der unbewohnbaren Zone. Sperrige Kunst zum Nachdenken. Zum Unbedingt-haben-wollen sind hingegen die Fotografien von Christian Rothmann: Robotnics! (@CvH16) Und Achtung: Es gibt eine Messe-Sonderedition (18x27 cm) für € 120.- Die Roboter-Porträts passen übrigens nicht nur in Kinderzimmer...



Solopräsentation des slowakischen Künstlers Svätopluk Mikta der Emanuel Walderdorff Galerie

Morten Viskum - The Beggar, 2014 (lifesize sculpture in silicone and resin)


Kaufhaus Jandorf Geschichte:


1904 vom jüdischen
Geschäftsmann Adolf Jandorf eröffnet. 5 Etagen mit Lichthof und 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Drei Jahre später machte Jandorf übrigens das KaDeWe am Ku’damm auf - das größte deutsche Kaufhaus. Den 2. Weltkrieg überstand das Haus in der Brunnenstrasse fast unversehrt. 1952 zog das Modeinstitut in das Jugendstilhaus. Seit 1990 steht es allerdings leer. Inzwischen wird es gelegentlich für Konzerte, Ausstellungen und Kunstprojekte genutzt.
 
Adresse:
Kaufhaus Jandorf
Brunnenstrasse 19-21, 10119 Berlin
21. September: 11 bis 18 Uhr
www.positions.berlin