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TRENDVIEWS of FASHION, ARTS & LIFESTYLE


Samstag, 18. Juni 2016

9. Berlin Biennale for Contemporary Art - ESMT European School of Management and Technology

Bereits zum neunten Mal ist Berlin Schauplatz der Biennale für zeitgenössische Kunst: Der Titel „The Present in Drag“ wurde vom New Yorker Kollektiv DIS konsequent in Programm umgesetzt.
Hyperreale Gegenwelt oder hypervirtuelle Realität? Das Spiel um Verhüllung und Transparenz, Kunst und Kommerz, Realität und Virtualität zieht sich durch alle fünf Ausstellungsorte.

Heute, 16 Uhr nehmen wir (meine Tochter und ich) an einem moderierten Rundgang durch die Ausstellung im ESTM,  European School of Management and Technology teil. Die private Management-Schule befindet sich im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR, mitten im Zentrum Berlins am Schlossplatz 1. Das Gebäude wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut und repräsentierte die höchste Einrichtung der DDR-Regierung. Das Interieur ist nachhaltig von der sozialistischen Ära geprägt. Vom Balkon dieses Portals rief Karl Liebknecht 1918 die „freie sozialistische Republik“ aus.

Eingangsbereich der ESTM,  European School of Management and Technology mit
seinem sozialistischen Interior


Der Ausstellungsort könnte nicht besser gewählt sein um die Widersprüchlichkeit des Titels der Biennale auszudrücken. „The present in drag“ was ungefähr als „Die verkleidete Gegenwart“ übersetzt werden kann. Alle Beiträge in diesem Ausstellungsort spielen mit einer Art Werbeästhetik.

Im Foyer, wie auch im Eingangsbereich der Ausstellung im ersten Stock sehen wir die Installation "Expansion Curves" der Künstlerin Katja Novistkova. Ihre Installation besteht aus drei Arbeiten, die jeweils eine Kombination aus Bildmaterial (Trophäenhörner als eine Art Skulptur) und computergenerierten Bilder (Feuerflammen auf Plexiglasaufsteller) sind. Katja Novitskova, geboren 1984 in Tallin, Estland und zu Hause in Amsterdam ist eine "Digital Native" und produziert Ihre Werke aus den Ressourcen der digitalen Welt.

die Installation "Expansion Curves" der Künstlerin Katja Novistkova


Die Hörner sind zugleich Trophäen und materielle Informationsgrafiken zu Zeit und Ressourcen: Pegelstände für Wachstum, Verfall und Entropie. Die uralten Formen werden auf ein Medium gedrückt, das in der zeitgenössischen Werbung Verwendung findet. Die Flammen suggerieren eine Kultstätte und eine ritualhafte Atmosphäre, in der die zugrundeliegenden Kulte auf einem durchgängigen Zeitstrahl koexistieren.

"Blockchain Visionaries" von Simon Denny


Im ersten Stock wartet im ersten beiden Ausstellungsräumen Simon Dennys großartige Arbeit über virtuelle Währungen.  Simon Denny,1982 in Auckland, NZ geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Selbstdarstellung und Selbst-Branding von Staaten und Firmen interessieren Simon Denny schon länger. Blockchain Visionaries bezieht sich auf drei echte Firmen: Ethereum, 21 Inc und Digital Asset Holdings, die an der Spitze der Entwicklung dezentralisierter Währungsplattformen und der Blockchain stehen, einer dezentralisierten Datenbanktechnologie für Transaktionen, die die Grundlage der staatenunabhängigen Kryptowährung BitCoin bildet.

"Das Aufkommen von Bitcoin und die rasch um sich greifende Debatte über Kryptowährungen hat mehrfach ihre Schwerpunkte verlagert, seit der sagenumwobene „Satoshi Nakamoto“ 2009 die beliebteste alternative, digitale Währung aus der Taufe gehoben hat. Was zunächst wie eine alternative Zahlungsmethode daher kam, die jenseits von Staatsgrenzen und der Kontrolle durch Banken funktioniert, hat sich als Inspirationsfunke für weitere alternative Strukturen, Netzwerke und Systeme abseits der üblichen Geld- und Handelswege entpuppt. Für zahlreiche UnternehmerInnen, JournalistInnen, TheoretikerInnen und KünstlerInnen hat Blockchain zu starken Schlussfolgerungen hinsichtlich der Evolution des liberalen Wirtschaftssystems und der Zukunft von Nationalstaaten, Finanzaufsicht, Planung, Regulierung, Autonomie, Regierungsfähigkeit und anderer grundlegender Fragen geführt. Die Vorstellung, dass Gesetze und Regularien von Computercodes abgelöst werden und von einem nicht zu korrumpierenden Netzwerk ersetzt werden könnten, das allen und niemandem gehört, ist eine machtvolle Idee. Sie hat sich als großartiges Modell erwiesen, das zum Träumen anregt und uns abweichende wie vielfältige neue (und nicht so neue) Geschichten darüber zu erzählen erlaubt, wie sich die Welt in Zukunft organisieren könnte. Izabella Kaminskas Beiträge im Financial-Times-Blog Alphaville, die sich häufig auf herausragende Firmen und VisionärInnen wie etwa 21 Inc und Balaji Srinivasan konzentrieren, haben mir die Macht dieser Geschichten aufgezeigt. Im Kontext meiner Präsentation Blockchain Visionaries (2016) bei der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die versucht, die Essenz einiger dieser inspirierenden Geschichten einzufangen, freue ich mich sehr, ihre kritischen Überlegungen zur Blockchain zu hören. Sie gehört zu den stärksten Stimmen, die dazu beitragen, die Versprechen und den Tiefgang der Geschichte der Blockchain zusammenzutragen und zu formulieren.
Simon Denny, Berlin 2016 erschienen auf http://bb9.berlinbiennale.de



Denny hat ein an Handelsmessen erinnerndes Informationsdisplay sowie eine eigene Briefmarke für jede der drei Firmen, die jeweils eine zukünftige Richtung der Blockchain-Technologie verkörpern, entworfen. Mithilfe der Briefmarke, bei dem ein Bild buchstäblich zur Währung wird, hebt Denny die Branding- und Monetarisierungsstrategien der drei Firmen hervor, die wiederum als Verkörperung supranationaler Wirtschaftskonzepte verstanden werden können.


Digital Asset Holdings Installation von Simon Denny

Ethereum Installation von Simon Denny mit der
Metallätzwand im Hintergrund

Denny hat die Briefmarken gemeinsam mit Linda Kantchev, einer Grafik- und Briefmarkendesignerin aus Berlin, kreiert. Das illustrative Potenzial der Briefmarke wird genutzt, um das jeweilige Bestreben der Firmen und die implizite systembezogene Auswirkung auf die Zukunft zu transportieren. Dennys Installation gewinnt dadurch an Brisanz, dass sie im Sitzungssaal des ehemaligen Staatsrats der DDR gezeigt wird. Genau das war ihm auch wichtig. Der im Originalzustand erhaltene Saal wird von einer Metallätzwand im Stil des sozialistischen Realismus dominiert, die Schornsteine eines vergangenen Industriezeitalters zeigt – zusammen mit einer Friedenstaube ist sie ein Monument für die Hoffnung, die Technologie bringen kann.

Im letzten Raum der Ausstellung erwartet uns das Kollektiv GCC. Das Kollektiv GCC - Gulf Cooperative Council (Kooperationsrat der Arabischen Staaten des Golfes) versammelt eine facettenreiche Gruppe von Künstlern, deren Arbeit die politische und kulturelle Perspektive einer neuen Generation auf die gesellschaftlichen Konventionen in den arabischen Ländern des Golfes zum Ausdruck bringt und so ein mehrdimensionales Narrativ erschafft.

Gulf Cooperative Council. Von links: Fatima Al Quadiri, Abdullah Al-Mutairi, Amal Khalaf, Aziz Al Quatami, Barrak Alzaid, Khalid Al Gharaballi, Monira Al Quadiri, Nanu Al-Hamad und Sophia Al-Maria
Das Werk "Positiv Pathways (+)" thematisiert die Tendenz der kapitalistischen Ideologien der arabischen Golfstaaten, die im Kontrast zur reichhaltigen immateriellen Tiefe der eigenen Kultur steht. Im Hintergrund hören wir den übersetzten Text zur Ansprache des Scheichs von Dubai an sein Volk in Zukunft positiver zu denken. Hierzu wurde sogar Anfang des Jahres in Dubai ein Glücksminister benannt. 


"Positiv Pathways (+)" der Künstlergruppe GCC
Die Installation ist eine Laufstrecke, die an die weitverbreiteten, ausgewiesenen Laufstrecken in den Golfstädten erinnert. Im Inneren der Bahn befindet sich eine Figur einer Frau in einer Variante aktueller, in der Golfregion beliebter Kleidung. Sie übt eine Quantum-Touch-Geste in Richtung eines Kindes aus - eine Pseudowissenschaft und eine Geste der Selbstoptimierung inmitten eines gespenstischen Wettkampfes.


einer Frau übt eine Quantum-Touch-Geste in Richtung eines Kindes aus

ESMT European School of Management and Technology
Schlossplatz 1, 10178 Berlin.
bb9.berlinbiennale.de

Nächster moderierter Rundgang am Samstag, 25.6., 16-17 Uhr. 4€ zzgl. Eintritt.
Die 9. Berlin Biennale findet noch bis zum 18. September 2016 statt.

© 2016 Ruth-Janessa Funk

Montag, 13. Juni 2016

William Kentridge im Martin-Gropius-Bau



Zwischen Posie und Politik: Die Werke des südafrikanischen Multimediakünstlers William Kentridge sind seit kurzem im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Der Titel der Ausstellung „No it is!“ trägt – Nein? Doch, ja! Die vorangestellte Negation ist eine Redewendung aus Südafrika, einem Land, das den geraden Weg zum Ziel nicht kennt. Geboren und aufgewachsen in Südafrika erzählen seine Arbeiten von den Vorwärts- und Rücksprüngen seiner Heimat. Da fällt der Bezug zu Flucht, Migration, Diskriminierung die derzeitigen großen Themen Europas nicht schwer.

NO IT IS ! beschwört diesen Widerspruch in Bilder herauf. Die damalige Politik der Apartheid, Sklaventum, Armut, ja auch die Schönheit Afrikas, die wunderbare Musik werden in den ausgestellten Werken in Zeichnungen, Performances, ja multimedial - wie es heutzutage heißt - übersetzt.Wobei er nur auf die Tonwerte von Schwarz in Weiß setzt.

Video: Interview mit William Kentridge aus dem Jahre 2014

William Kentridge studierte Politikwissenschaften und Afrikanistik, wechselte dann zu den schönen Künsten. Er studierte Kunst in Johannesburg, später Schauspiel und Theaterwissenschaften in Paris. Seine Eltern kamen aus Litauen nach Afrika und engagierten sich damals als prominente Juristen in der Anti-Apartheid-Bewegung. Als einer der ersten weißen Anwälte verteidigte sein Vater die Aktivisten rund um Nelson Mandela. Daher sicherlich auch Kentridges Ansatz in der Kunst als Wahrheitfindungskommissionen seiner Heimat zur Aufklärung der Apartheid-Verbrechen.

Er ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Filmemacher, Regisseur, Schauspieler und ein großer Erzähler.

Das Spektrum der hier ausgestellten Werke reicht von klassischer Kohlezeichnungen über die berühmten Georges Méliès gewidmeten Animationsfilme von 2003 und Drawings for Projection (1989 – 2011) bis hin zu dem monumentalen filmischen Fries More Sweetly Play the Dance (2015) und der Rauminstallation The Refusal of Time, (mein Lieblingsteil der Ausstellung) die 2012 erstmals auf der documenta zu sehen war.

Bei aller Traurigkeit – die Musik, das Tempo der Veränderungen reißen jedes Mal mit. Über fünf riesige Tableaux erstreckt sich die Prozession vor einem mit Kohle gezeichneten Landschaftshintergrund. Die lebensgroß projizierten Figuren tanzen einen modernen Totentanz, deren dunkle Silhouette durch die leicht farbige Kleidung Körper-Volumen gewinnt. Sie zerren an Karren, drehen sich im Kreis auf ihrem Weg, führen Luftkämpfe aus, tragen wie Palmwedel die Schattenrisse von Helden-Porträts. Die als Arbeiter, Hausmädchen, Sekretärin angelegten Typen stehen für den afrikanischen Befreiungskampf, doch repräsentieren sie den Wunsch aller Menschen auf Gleichberechtigung – nicht erst im Angesicht des Todes. Der Titel übrigens stammt aus Paul Celans bekanntem Gedicht "Die Todesfuge": "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland".

Es ist ein wunderbares Schattentheater wo Licht und Dunkelheit sich abwechseln. Kentridge hat hier eine zutiefst humanistische Botschaft ins 21. Jahrhundert übersetzt.







Im ersten Raum der Ausstellung erwarten uns gleich mehere Videoinstallationen. Kentridge hat Georges Méliès’ „Reise zum Mond“ von 1902 adaptiert. Hier tritt er nun selber als Reisender im adaptieren Video auf. Dem Filmpionier sind drei Videoarbeiten im Entree gewidmet ist. In Kentridge's Version dient als Rakete eine Espressokanne, als Fernrohr die Mokkatasse, als Mond die Untertasse. Man muss wissen, dass Kentridge ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker ist und so gehört die Expressekanne auch im Selbstporträt dazu.

Ob Tinte oder Kaffee, beides sind Kraftstoffe des künstlerischen Schaffens, alles spielt mit, wird Schrift, wird Bild, verwandelt sich zu immer neuen Scherenschnitt-Figuren. Für Kentridge ist es genau diese "Unordnung, das Nachdenken, das Scheitern und all die anderen Dinge, die zum Entstehen des Bildes geführt haben".

"Wunderkammer" bezeichnet zwei Räume der Ausstellung, die uns einen Blick in das Atelier des Künstlers in Johannisburg werfen lassen. Sie gleichen auch ein bisschen jenen fürstlichen Wunderkammern aus dem 17. Jahrhundert – mit ihrem technischen Gerät, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen, persönliche Sammelstücke des Künstlers, darunter Radierungen von Goya, Dürer und Hopper.

Angefangen hat Kentridge mit grob skizzierten Kohlezeichnungen. Er entwickelte sie weiter, indem er sie filmt. Schritt für Schritt bringt er jedes Bild in Bewegung. Da wird mit einem Federpuschel großzügig "gezeichnet", mit Tusche und einem Lappen gewischt. Man muss es live sehen, wie die Motive in Bewegung geraten und am Ende in einen animierten Film fließen. Rückläufe, Überblendungen und Übermalungen gehören zu seinen Tricks. Der Faszination kann man sich kaum entziehen.







Die jüngsten Documenta-Arbeit folgt im nächsten Raum - „The Refusal of Time“ von 2012. Wieder ist Kentridge der Hauptdarsteller und sein Studio die Filmlocation. Ein hölzerner Webstuhl in der Raummitte, Symbol für Industrialisierung und Effizienz, gibt mit seinen Bewegungen symbolisch das Diktat der Zeit vor, gegen die Millers Musik mit der Polyrhythmik Afrikas opponiert.

Die Performerin Dada Masilo demonstriert in der großen Installation, wie man sich nicht nur der Zeit, sondern auch der Wirklichkeit verweigern kann. Der Liebhaber vor dem Ehemann wird einfach unter einer Tischdecke versteckt und, schwupps, ist er im nächsten Bild auch schon verschwunden.

William Kentridge glaubt an die Kraft der Kunst

William Kentridge glaubt an die Kraft der Kunst: als Überwinderin von Zeit und Raum und todtrauriger Realität. Überall entdecken wir jede Menge künstlerische Anleihen aus Europa: Picassos frivolen Faun, Goyas Königin, Dürers "Rhinocerus". Albrecht Dürer & William Kentridge in Double Vision siehe hier>>



Höhepunkt die 44 Meter lange Filminstallation "More Sweetly Play the Dance" im großen Saal.



Mehr Kunsterlebnisse mit William Kentridge gibt es ab 5. Juli. Puppenspiele, Liederabende, "Drawing Lessons" sind im Rahmen des Festivals "Foreign Affairs" im Haus der Berliner Festspiele zu sehen. Bei Dunkelheit wird dann dort die Afrika-Prozession an der Fassade "entlanglaufen".

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7,
12. Mai bis 21. August 2016; Mi bis Mo 10–19 Uhr.

Dienstag, 24. Mai 2016

Berlin Tipp: Hallesches Haus in Kreuzberg

Nach meinem Unterricht an der AMD heute nehme ich mit meiner Freundin Juliane Rohr eine  kreative Lunch-Auszeit im Halleschen Haus in Berlin-Kreuzberg.

© 2016 Ruth-Janessa Funk


Hier finden wir noch dieses ursprüngliche Berlin, wo wir alte "neogotische" Schätze entdecken, die noch nicht "auf chic" durch restauriert sind (kommt aber noch). Etwas unattraktiv ist die Lage neben dem Möbeldiscounter POCO. Was die Schatzsuche wiederum so spannend macht!

© 2016 Ruth-Janessa Funk | Eingang und Aufgang zum Store

© 2016 Ruth-Janessa Funk | Blick in den Store

Anfangs lediglich Concept Store mit Café ("nach eigener Beschreibung ein "General Store" mit Haushaltswaren), mauserte sich die Location langsam zum Veranstaltungsort und Deli. Nun ist ein sehenswerter große Speisesaal eröffnet worden. Die Küche ist – wie die Produktauswahl des General Stores, (aus Sicht einer Frau) "männlich" amerikanisch inspiriert. Meine Speisewahl für heute fiel auf die "Lunch Plate". Sie erinnerte ein bisschen an Wild Wild West mit einer ordentlichen Portion gebackene Bohnen auf dem "Plate". Köstlich und absolut empfehlenswert!

I'll be back ...
Hallesches Haus Tempelhofer Ufer 1, Kreuzberg, 
Mo-Fr 9-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr


© 2016 Ruth-Janessa Funk | Tageskarte

© 2016 Ruth-Janessa Funk | Blick in den Speisesaal

© 2016 Ruth-Janessa Funk | Speisesaal mit Theke

© 2016 Ruth-Janessa Funk / General Store



Montag, 2. Mai 2016

10. re:publica startet heute in Berlin

re:publica 2015

Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0. Die Digitalkonferenz  startet in heute Berlin und das bereits zum zehnten Mal.  Blogger, YouTuber, Politiker, Künstler, Netzaktivisten und Intellektuelle aus aller Welt versammeln sich zur dreitägigen Internetkonferenz. 700 Redner stehen auf 17 Bühnen. Einer davon ist  der US-Soziologe Richard Sennett. Großes Kino wird heute die Liveschaltung mit Whistleblower Edward Snowden sein. Tickets gibt's hier: re-publica.de/tickets
www.re-publica.de

Samstag, 30. April 2016

Gallery Weekend Berlin 2016 - Kunst-Spaziergang durch Charlottenburg

Kunstgenuß in der Fasanenstraße

Los geht mein heutiger Gallery Weekend-Kunst-Spaziergang in Richtung Ku'damm. Zwischen Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße in der Fasanenstraße finde ich gleich eine ganze Reihe von Kunstinstitutionen.

© Weltkunst
Im Gebäude der Villa des Auktionshaus Grisebach befindet sich seit 2012 die Galerie Kornfeld (Fasanenstr. 26), die in ihrem Souterrain-White-Cube zurzeit Tamara Kvesitadze vorstellt. Der umtriebige Inhaber Alfred "Freddy" Kornfeld betreibt außerdem einen Projektraum auf der Fasanenstraße, 68projects, wo bis 4. Juni in Kooperation mit Thole Rotermund Papierarbeiten zu sehen sind.

Blick in den Souterrain-White-Cube von Kornfeld

Tamara Kvesitadze
Tamara Kvesitadze
Tamara Kvesitadze mit Gartenansicht


Ich bleiben zunächst im selben Block, denn in diesem Teil der Fasanenstraße liegen die Kunstadressen so dicht an dicht, dass ich nur 2 Hausnummern weitergehe zur nächsten Adresse. Neben Kornfeld hat kürzlich die Arndt Art Agency - A3 (Fasanenstr. 28) eine Beletage bezogen und zeigt zum Gallery Weekend den Künstler José Santos III aus Manila.

Things we kept along the way | José Santos
High Road | José Santos

Zu einem der Global Playern im Kunstgeschäft zählt die Galerie Buchholz (Fasanenstr. 30) mit Hauptsitz in Köln und Dependance in New York, zeigt die Galerie zum Gallery Weekend den Fotokünstler Wolfgang Tillmans. Auf dem Weg ins 1.OG kommen mir die Teilnehmer der Gallery Weekend Führungen mit dem Art Lovers Club entgegen.

Curators Choice presented by ALC

Zum Gallery Weekend bietet der Art Lovers Club acht hochkarätig kuratierte private Führungen an. Jeder Atelierbesuch und jede Kunsttour trägt dabei die sorgsame Handschrift der Gründerin Anja Groeschel, der es zusammen mit dem Board des Art Lovers Club gelingt, die Extraportion „Behind-the-Scenes-Gefühl“ entstehen zu lassen. Eine Tour dauert ca. drei Stunden. Diese Tour wurde offensichtlich von dem zukünftige Berliner und Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London Chris Dercon geführt, der bei meiner Ankunft gerade die Galerie mit einigen Teilnehmern verließ.

ALC - Art Lovers Club
Tucholskystrasse 48 | D-10117 Berlin | Germany
mail: info /at/ alc-company.com
www.alc-company.com

Wolfgang Tillmans ist ein deutscher Fotograf und Künstler, der in Berlin und London lebt und arbeitet. Die Ausstellung war mein heutiges Highlight. Seine Fotographie zeichnet sich durch aufmerksame Beobachtung seiner Umwelt, der Pop-Kultur sowie durch die Erforschung der Fotografie aus. "Studio" ist seine 12. Einzelausstellung und thematisiert den Ort der Produktion seiner Arbeit.

Kurzerhand werde ich selbst zum Kunstprojekt @catonbed.de
Wolfgang Tillmans
Wolfgang Tillmans
Jetzt noch schnell runter zum Fasanenplatz. Dort hat vor einem Jahr der Galerist Klaus Gerrit Friese, aus Stuttgart hergezogen, in 1. OG seine Galerie in Belin eröffnet. In der großen Beletage des Eckhauses, in dem einst Heinrich Mann lebte, werden Künstler der Moderne und junge Zeitgenossen wie der Maler Gabriel von Max (1840–1915) und den 1979 geborenen Künstler Michael Wutz in einer Doppelschau zusammengebracht.





Es bleibt noch Zeit zur  Grolmanstr. zu laufen. Vorbei am Jüdischen Gemeindehaus und am Hotel Kempinski will ich noch zur Ausstellung von Anselm Reyle in der Contemporary Fine Arts (Grolmanstrasse 32/33).



Keramik von Anselm Reyle

Noch ein Abstecker in die Galerie Springer (Fasanenstr. 13). Hier wird der Architekturfotograf und Künstler Aitor Ortiz ausgestellt. Aitor Ortiz ist 1971 in Bilbao geboren und gehört zu den bedeutendsten Fotokünstlern Spaniens. Die klassische Aufgabe der Architekturphotographie, eine bildliche Vorstellung der räumlichen Gegebenheiten zu vermitteln, wird von Ortiz in seinen Fotoarbeiten offensichtlich ignoriert. Die großformatigen glänzenden Photoarbeiten lassen sich keinem Genre eindeutig zuordnen. Sie sind so exakt, dass man jedes Detail sieht. Architektur und Raum blieben die Bezugspunkte der stets schwarzweißen Fotoarbeiten, die Ortiz seit einiger Zeit mittels Computertechnik der eigenen Vision annähert und die nun in der Galerie Springer zu sehen sind.

 

„XPositions“ für Papierarbeiten im Bikini-Haus

Die kuratierte Gruppenausstellung im Bikini Berlin bildet ein Highlight der XPOSITIONS. Gezeigt werden 37 Positionen auf und über Papier: Zeichnungen, Collagen, Scherenschnitte, Lithografien, Skulpturen, sowie Installationen und Objekte.







Bereits zum zweiten Mal präsentiert sich XPOSITIONS mit Ausstellungen und Vernissagen zeitgenössischer sowie moderner Kunst in Berlin. Ein besonderes Highlight ist die Sonder- bzw. Gruppenausstellung PAPER POSITIONS im Bikini Berlin - noch bis zum 14. Mai 2016.

Im Mittelpunkt steht das vielseitig einsetzbare Material Papier als Werkstoff, Zeichenträger und Medium für Text- und Bildinformationen. Die Auswahl an verschiedenen Arten von Kunstwerken beinhaltet, neben Arbeiten auf und über Papier, Zeichnungen und Collagen, ebenso Scherenschnitte Lithographien, Skulpturen, sowie Installationen und Objekte.

Die ausgestellten Werke umfassen eine Bandbreite, welche von der klassischen Moderne, über die 60er bis 80er Jahre, bis hin zu junger zeitgenössischer Kunst reicht.

Öffnungszeiten: Mo - Sa 10-18 Uhr. So, 13 - 18 Uhr
Exhibition from April 28 - May 14
Bikini Berlin, Budapester Str. 38-50, 10787 Berlin
Weitere Informationen: www.xpositions.de

18 Uhr und mein Kunst-Spaziergang ist für heute zu Ende. Mal sehen was morgen noch so alles auf dem Programm steht.
www.gallery-weekend-berlin.de

Mittwoch, 27. April 2016

Private exposure im me Collectors Room


Körperwahrnehmung oder die Wechselseitigkeit des Blicks


Gastbeitrag von Juliane Rohr

In der Ausstellung privateexposure sind die Sichtachsen der Ausstellungsfläche zum Shop, zum Cafe und zur Straße hin geöffnet. Der eigene Blick erfasst alle Ebenen des Gebäudes, nimmt dabei die Kunst auf und zeigt sie in der ganz eigenen  Wahrnehmung. So strahlt mir bereits im Erdgeschoss aus einer Vitrine GerhardRichters „Roter Kopf“ von 1965  entgegen und gibt mir endlich mal die Chance in Gegenwart eines Richterbildes einen Kaffee zu trinken oder gar zu lunchen.






Im 1. Stock der Lounge - also jenseits der fest installierten Wunderkammer von Thomas Olbricht - versammeln sich so gegenwärtige Lieblingskünstler wie Erwin Wurm mit „man hiding in pullover“,  Alicja Kwade mit ihrer zauberhaften Spiegel-Hocker-Installation „Ein Hocker ist ein Bild“,  ein eher dem interessierten Blick ausweichendes Foto von Marina Abramovic’ „Self portait with skull“  oder Pipilotti Rists’ Hologramm „Ich habe nur Augen für Dich“.
Alicja Kwade
Herrlich auch Tony Oursler Videoprojektion auf einer Glasfaserkugel „Trance“ (1996) oder die am Fenster präsentierte „Sitting woman“ (1972) von John de Andrea, die in einer wechselseitigen Spannung mit  Jian Zhang „Square Nr.“ und der fast zu künstlich wirkenden Fotoarbeit von Philip-Lorca diCorcia „W, September 2000“ steht. Die Polyesterharzfigur blickt dabei nicht etwa, wie erwartet auf die Auguststraße,  sondern starrt entrückt Leere. Eine Doppelprojektion von Sam Taylor-Johnson „Sustaining the Crisis“ stellt durch die raffinierte Gegenüberstellung zweier Filme die eigene Position in Frage. Auch hübsch John Isaacs „What makes certain“ grimmig dreinblickende Männerfigur mit Hasenkopf.

Das wechselseitige Spiel vom Sehen und Gesehen werden der Ausstellung macht Spaß, regt die Sinne an und öffnet den eigenen Blick – schließlich hat jeder Besucher seine persönliche Wahrnehmung und speichert die gezeigte Kunst in verschiedenen Sicht- und Blickwinkeln ab. Eine herrliche Erfahrung.

Da
s Highlight am Ende ist für ladies only und im Erdgeschoß: Der Gang auf das Damenklo. Dort ist die  Pipilotti Rist Installation „Closet Circuit“  zu sehen - unbedingt rauf auf’s „Häusl“ und mitmachen.  Sorry guys – you have to stay out!

Pipilotti Rist mit Closet circuit






„Private Exposure“ vom 27. April bis 22. Juni 2016
Öffnungszeiten Di-So 12-18 Uhr
Me collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststrasse 68, 10117 Berlin
www.me-berlin.com


Zudem ist die großartige Hauptausstellung Cindy Sherman Show „Works from the Olbricht Collection“ bis zum 28. 8. 2016 verlängert worden. Nichts wie hin.

Donnerstag, 7. April 2016

Playtime Paris celebrating its 10th anniversary!


Diesen Sommer wird Playtime Paris 10 Jahre alt! Und natürlich gibt es auch eine Party! Gefeiert werden 10 Jahre erfolgreiche Marktaufbau und -entwicklungen im Kinder- und Maternity-Bereich.

Zum Launch der 20. Edition der Messe freut sich Playtime auf die Zusammenarbeit mit Manon Debaye, die als “illustrator of the year” geehrt wird. Ihre wunderschönen Werke seht Ihr jetzt schon auf der Website von Playtime Paris, New York und Tokio. Ihre spielerischen Landschaftsplakate, die  Manon für die Sommer-Editionen der Playtime Messen in Paris, New York und Tokio kreiert hat, steht die Natur im Mittelpunkt erobert sich ihren heiligen Platz unserer Aufmerksamkeit zurück: "Quelle inpulsion!"

Freuen wir uns auf diese neuen Impulse. Los geht's in Paris vom 2.- 4. Juli 2016, New York folgt vom 31. Juli - 2. August und beendet die Saison in Tokio vom  23.- 25. August 2016.


This summer, Playtime Paris will be celebrating its 10th anniversary! Of course there will be a party to celebrate on Saturday, July 2nd. Playtime Paris can celebrate ten successful years of accompanying designers in their evolution, of offering buyers and press a complete selection and of gathering professionals to a unique work rendez-vous in Europe.

To launch this 20th edition, Playtime will welcome Manon Debaye as its “illustrator of the year”. Take a look at her wonderful illustration at the websites of Playtime Paris, New York and Tokyo. In each of the landscapes that Manon Debaye has imagined for Playtime Paris, New York and Tokyo, the flora and fauna have taken back their rights in a sacred union with all of the inhabitants. What an inspiration!

Looking forward to more wonderful inspirations starting in Paris, July 2-4, followed by New York, July 31-August 2 and Tokyo, August 23-25.  
Don't miss!

www.playtimeparis.com