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TRENDVIEWS of FASHION, ARTS & LIFESTYLE


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Sonntag, 18. Dezember 2016

Besuch im 13. RONCALLI Weihnachtszirkus


Foto © Kai Heimberg


Die Aufregung steigt. Zum 13. Mal gastiert der Roncalli Weihnachtscircus im feierlich geschmückten Berliner Tempodrom und wir sind dabei. Das Zelt vom Tempodrom ist randvoll. Seit 13 Jahren zaubert der Schöpfer und Circusdirektor des „schönsten Circus der Welt“ Bernhard Paul wunderbare Erlebnisse, freudige Momente und spannende Erwartungen für seine Besucher zur Weihnachtszeit. 

Foto © Ruth-Janessa Funk für Circus Mag


Auch in diesem Jahr sorgen die Artisten und der Zirkus-Clown Semen Shuster alias Housch-ma-Housch dafür, dass nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Es ist für alle einfach nur schön, den Artisten aus aller Welt zuzuschauen, zu lachen, zu staunen und zu träumen.  

Foto © Kai Heimberg


Housch-ma-Housch, der Clown stimmt uns ein und bringt uns immer wieder lachend durch den Abend. Dazwischen beweisen auch die Tanz-Girls ihren Zauber. Uns Große wie die Kleinen bringen die Artisten mit ihren Darbietungen zum Staunen.

Foto © Kai Heimberg

Was wäre ein Zirkus ohne Pferde-Dressur? Stolze Ägyptischen Araber galoppieren durch die Manege, stellen sich auf die Hinterbeine und tänzeln um ihren Meister herum. Entzückender Abschluss: das „Mini-Pony“. Die Pferdedressur von Gabi Donnert ist legendär. Der gebürtige Ungar stammt aus der fünften Generation einer großen Circus-Dynastie, die sich auf Pferdedressur spezialisiert hat.

Foto © Kai Heimberg


Die Zwillingsbrüdern Levgenii and Vladyslav Polonsky erstaunen uns als „Duo Polonsky“ mit ihrer enormen Körperbeherrschung. Mit ihren durchtrainierten Körpern vollführen die Ukrainer aus dem Handstand heraus synchrone Artistik. Ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Kraft, Eleganz und perfektioniertem Teamgeist.

Foto © Ruth-Janessa Funk für Circus Mag


Das Quartett „Empress“ begeistert mit einer spektakulären Jonglage- Nummer, die von schwungvoller Musik begleitet wird. Mit ihrer gekonnten Kegel-Performance haben sie bereits beim Festival International du Cirque de Monte Carlo 2015 ein internationales Publikum begeistert.


Foto © Kai Heimberg
Alle hielten den Atem an, als Freddy Nock, ungesichert auf dem Hochseil balancierte und auch noch auf dem Fahrrad fährt. In schwindelerregender Höhe beweist er, dass er einer der bester Hochseilartist der Welt ist. Der Schweizer Extrem-Sportler auf dem Hochseil und vielfacher Weltrekordhalter stellte innerhalb einer Woche in der Schweiz, in Deutschland und Österreich einen Rekord nach dem anderen auf. „The Sky is the Limit“ lautet sein Motto wenn er beim ungesicherten Extrem-Hochseillaufen unter anderem den Zürichsee überquert oder die Zugspitze bezwingt. Uns berauscht er mit seinen waghalsigen Showeinlagen.

 
Foto © Kai Heimberg

In schwindelerregenden Höhen schwebt Adèle Fame mit ihrem schwerelosen, anmutigen Tanz an den Bändern durch die Höhen des Zirkuszelts. Ihre einzigartige Form der Luftakrobatik unter dem Klang eigens komponierter Musik beschert sie uns Zuschauern magische Momente.

Foto © Kai Heimberg

Die „Schlangenfrau“ Elayne Kramer biegt ihren Körper in schier unmögliche Positionen. Das Talent wurde der Artistin, die aus der sechsten Generation einer argentinischen Circusfamilie stammt, in die Wiege gelegt. Seit ihrem vierten Lebensjahr trainiert Elayne Kramer die sogenannte Kontorsion-Akrobatik, bei der sie auf den Händen balanciert und mit ihrem Körper graziöse Figuren in die Luft malt.

An Kindheitsträume nicht nur zu glauben, sondern sie auch umzusetzen, dazu gehört Durchhaltevermögen und vor allem viel Liebe. Davon hat Bernhard Paul jede Menge. Immer auf der Suche nach Neuem, Ungewöhnlichem, das er seinem Publikum präsentieren möchte, hat der Zirkusliebhaber und leidenschaftliche Sammler – er hat u.a. die größte Circus- und Varietésammlung Europas – seine Ideen in die Tat umgesetzt. So kam Roncalli in verschiedensten Varianten in die Manege. Und so vor 13 Jahren dann auch das erste Mal der Roncalli Weihnachtscircus nach Berlin.

In diesem Jahr kommt auch noch die 40 ins Spiel, denn der Circus Roncalli feiert seinen 40. Geburtstag. 1976 hatte das erste Programm „Die größte Poesie des Universums" beim „Bonner Sommer“ seine Welturaufführung. Schon damals war zu erkennen, dass Roncalli-Gründer und Circusdirektor Bernhard Paul hier etwas ganz Besonderes auf den Weg gebracht hatte. Mit seiner Vision von Circus, ohne wilde Tiere, aber mit viel Poesie, setzte er Maßstäbe, auch für einen Cirque de Soleil, der erst Jahre später gegründet werden sollte.

Foto © Kai Heimberg


Wir wurden mit einem Abend voller Witz, Poesie und atemberaubender Akrobatik beschenkt. Zum Abschluss bitten die Artisten ihr Publikum zu einem Walzer in die Manege. Luftballons fallen vom Tempodrom-Himmel und es ist wieder da dieses einzigartige Roncalli-Gefühl in unseren Herzen: Diese kindliche Freude, die das Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem macht. Wir sagen Danke!

Der 13. Roncalli Weihnachtscircus gastiert noch bis zum 02.01.2017 im Tempodrom. Tickets unter: 030 / 479 974 77 oder 01806 / 57 00 99 (*0,20 EUR/Anruf – Mobilfunkpreise max. 0,60 EUR/Anruf)
Online: www.semmel.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.


Freitag, 16. Dezember 2016

Neuer „Star Wars“-Film „Rogue One“ startet in die deutschen Kinos


"Rogue One: A Star Wars Story" ist gestern n den deutschen Kinos angelaufen und das mit sensationellen Erfolg. Der neue Film gehört nicht zu den drei "Star Wars"-Trilogien. Den Mega-Erfolg vom „Erwachen der Macht“ wird "Rougue One" voraussichtlich auch nicht wiederholen können, aber warten wir es ab ...

Rogue One“ kommt fast komplett ohne die bekannten Figuren der „Star Wars-Trilogien aus, erzählt mit frischen Charakteren die Vorgeschichte des ersten Films „Episode IV: Eine neue Hoffnung“. Laut Blickpunkt:Film erreichte „Rogue Onedas beste Kino-Start-Ergebnis des Jahres 2016. Viel Konkurrenz wird dieses Jahr auch nicht mehr folgen. Für den Zeitvertreib im Advent ein oller Tipp!


Zum Inhalt: Zeit für eine Rebellion!
Schwere Körperverletzung, Besitz gestohlener Güter, Fälschung imperialer Dokumente – Jyn Erso hat eine Reihe Schandtaten in ihrem Lebenslauf, als sie von den Rebellen angeheuert wird. Andererseits: Der Kampf gegen das Imperium wird nicht mit Samthandschuhen gewonnen, das wissen die Widerstandskämpfer um Mon Mothma. Und außerdem war Jyns Vater Galen Erso maßgeblich daran beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weswegen sein Insiderwissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Insofern ist die undisziplinierte junge Frau, die sich seit ihrem 15. Lebensjahr allein durchschlägt, genau die Richtige für ein Team, das Galen finden und eine Himmelfahrtsmission ausführen soll.



Das Imperium will den Todesstern testen und die Rebellen wollen wissen, was genau die Waffe kann – und wie man sie zerstört. Zusammen mit ihrer Gruppe, darunter ihr Aufpasser Captain Cassian Andor, der blinde Krieger Chirrut Imwe und dessen Kumpel Baze Malbus sowie der umprogrammierte Ex-Sicherheitsdroide K-2SO, zieht Jyn los. Der imperiale Militärdirektor Krennic will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen, auch weil er unter der Fuchtel von Darth Vader steht… 

Hier noch der Trailer zum Film:

Montag, 31. Oktober 2016

Jazzfest Berlin 2016 startet morgen!




Gleich zur ersten Woche im November erwartet uns das 53. Jazzfest Berlin. 14 Konzerte und 22 Jazzformationen finden vom 1. bis 6. November statt. Das große Eröffnungskonzert am 3. November im Haus der Berliner Festspiele findet erstmalig in Anwesenheit der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB statt. Veranstaltet wird das Festival von den Berliner Festspielen.

Jazz ist vor allem die Kunst der Konversation, des Austauschs neuer Ideen zwischen Einzelnen, Generationen, Nationen, Geschlechtern. Und Konversation ist eines der Themen des diesjährigen Jazzfests Berlin. Gestartet wird hier mit in einer „extended version“ mit zwei Vorkonzerten: Am 1. November ist Matana Roberts mit der Uraufführung „For Pina“ mit Berliner Musiker*innen im Martin-Gropius-Bau zu erleben, am 2. November wird der Sänger Michael Schiefel mit dem Wood & Steel Trio Hollywood-Lieder von Hanns Eisler „Songs out of Exile“ im Institut français präsentieren. Beim diesjährigen Festival sind zahlreiche Premieren auf dem Programm.

Stimmen der Unschuld und Erfahrung verschmelzen zu Konversationen, die dem Geheimnis der Improvisation auf der Spur sind. Auf den verschiedenen Bühnen des Festivals werden sich Freunde und Fremde treffen und Musik erschaffen, die in dieser Weise nie wieder gespielt werden kann und die das Publikum niemals vergessen wird.
Mehr dazu, auch Essays zum Festival, findet Ihr auf dem Blog der Berliner Festspiele.

Richard Williams ist der künstlerischer Leiter Jazzfest Berlin und Thomas Oberender der Intendant der Berliner Festspiele.

Tickets unter
Berliner Festspiele – Ticket Office
Tel +49 30 254 89-100, Montag bis Freitag von 10:00–18:00 Uhr
Fax +49 30 254 89-230


#berlinerfestspiele
#JazzfestBerlin

Samstag, 29. Oktober 2016

Das Internationales Opernstudio lädt zum Teddykonzert in die Staatsoper Berlin


Am Sonntag, dem 30. Oktober  (11 Uhr / 12.30 Uhr) und am Montag, dem 31. Oktober (11 Uhr) laden Mitglieder des Internationalen Opernstudios junge Gäste im Vorschulalter, von 3 bis 6 Jahren, ins Gläserne Foyer der Staatsoper zum »Teddykonzert« ein. 

Rund um das Thema »Zeit« singen Elsa Dreisig, Miloš Bulajic, Vincenzo Neri und Dominic Barberi, begleitet von Ursula Stigloher am Klavier, Lieder von Schubert, Grieg, Loewe und Mozart. Friederike Harmsen moderiert die etwa 45 Minuten langen Konzerte. Das Mitbringen eines Kuscheltiers als Begleitung ist ausdrücklich erwünscht! Das Opernstudio und die »Teddykonzerte« werden gefördert von der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung.

Das Internationale Opernstudio besteht seit November 2007 unter der Leitung des Dirigenten, Pianisten und Sängercoaches Boris Anifantakis. Die künstlerische Gesamtleitung des Opernstudios liegt in den Händen von Daniel Barenboim

Internationales Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden wird unterstützt durch die Liz Mohn Stiftung   


Das zweijährige Ausbildungsprogramm dient dem Ziel, junge Künstler intensiv auf eine Karriere im Musiktheater vorzubereiten. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, auf der Bühne der Staatsoper in kleinen und mittleren Partien aufzutreten. Daneben erhalten sie Meisterkurse, Workshops und wöchentlichen Unterricht, der u. a. aus Partienstudium, Ensemblesingen, Szenischem Unterricht, Bewegungs- und Improvisationstraining sowie Stimm- und Fremdsprachen-Coaching besteht. 

Eintritt 8€ / 4€ für Kinder. Restkarten sind noch verfügbar.
STAATSOPER IM SCHILLER THEATER
Bismarckstraße 110 | 10625 Berlin

www.stattsoper-berlin.de

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ an der Komischen Oper Berlin


Bühenbild Komische Oper nach der Pause

Eine wahrhaft komische Oper an der Komischen Oper Berlin. Nach einer kurzen 30minütigen Einführung in das Werk von Rossini im Foyer erwartet uns mit der Oper ein Sprung ins 21. Jahrhundert. Rossinis Il barbiere di Sevilla gehört seit seiner Uraufführung im Jahr 1816 zum Kernrepertoire der internationalen Opernhäuser und zu den meistgespielten Werken überhaupt. Kirill Serebrennikow hat in seiner Inszenierung die Oper radikal modernisiert. Die altbewährte Komödien-Konstellation, die Pierre-AugustinCaron de Beaumarchais’ Schauspielvorlage zugrunde liegt – alter Bock, junges Mädchen, windiger Liebhaber – gewinnt durch die Figur des Figaro mit ihren fast schon mephistophelischen Zügen neues Leben.

Aber zurück ins 21. Jahrhundert. Wie funktioniert die Jugend heute? Nicht ohne Handy und Selfiestick und vor allem durch soziale Netzwerke. Kommuniziert wird per Facebook und Whatsapp. Statt  der schönen melodischen Sprache sehen wir auf dem großen Bühnenbildschirm abgekürzte Wortstummel und jede Menge „Emojis & Co.“. Seniore Figaro - willkommen in unserer Welt!

Tansel Akzeybek (Almaviva), Dominik Köninger (Figaro), Nicole Chevalier (Rosina)
Foto: Monika Rittershaus
Tansel Akseybek, Ensemble
Foto: Monika Rittershaus

Zu Beginn sehen wir das Orchester mitten auf der Bühne, alle in lässiger Alltagskleidung. Zwei ungeduldige Jugendliche (es sind der Graf Almaviva als Pop-Sänger Lindoro und sein bester Freund und Handlanger Fiorello), mit dunklen Sonnenbrillen und Hipster-Attitüde (super cool!) warten sie genervt während das Orchester den neusten Song von Popstar Lindoro einspielt.

Almaviva alias Lindoro hat sich in Rosina verguckt. Rosina findet ihn auch ganz toll. Sie chatten hin und her. Wir sehen die projizierte SMS-Botschaften der Liebenden an Stelle ursprünglicher heimlicher Briefchen. Er schickt ihr einen „love song“ per Video. Beide inszenieren Liebe und Leid mit Hilfe von Facebook, Snapchat und Instagram. Sie googeln sich und die weiteren Figuren des Stücks und kommunizieren ununterbrochen, im Takt zur Musik. Multimedia pur!

Philipp Meierhöfer (Bartolo), Nicole Chevalier (Rosina)
Foto: Monika Rittershaus
Rosina ist das schöne und reiche Mündel von Dr. Bartolo, der wiederum um an ihr Vermögen zu kommen, sie schnellstmöglich heiraten will. Aber das wollen weder Rosina noch Lindoro. Also was tun? Hier hat nun endlich Fidelio seinen Auftritt, mitten aus dem Publikum hervor springend.

Der inmitten des Publikums im ersten Rang auftretende Figaro ist – laut Programmheft- Aussage des Regisseurs –ein Kokser, verdeutlicht durch wirre Videoprojektionen und ein vervielfachtes „f“, was sich perfekt mit dem „f“ von Facebook synchronisierte! Nun kann die Rettungsaktion beginnen ...  Noch ein kleiner Höhepunkt: Als Tarnung vor Dr. Bartolo erscheint der Graf als Conchita Wurst verkleidet, herrlich!

Am Ende einhelligen Applaus für alle Beteiligten und den Regisseur.

Ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt und viel gelacht. Was für ein Zugang zur Opernkunst für unsere jüngeren Generationen. Es zeigt den zeitlosen Kern jeder wahrhaftigen Komik. Und die ist es, die Rossinis Werk für uns und auch nachkommender Generation unsterblich gemacht hat.

So, jetzt Schluss mit der Inhaltsdetails, ich will hier nicht zu viel verraten. Wo bleibt dann da noch die Spannung für Ihr eigenes Opernerlebnis! Am besten hingehen und selbst ein Urteil fällen. Weitere Aufführungen gibt es am 28. Oktober., 5., 26. November, 4. 16., und 26. Dezember 2016, und dann wieder am 5. und 13. Juli 2017

Dauer: 3 Stunden (eine Pause)
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Foyer
Tickets gibt es hier>>

#KOBBarbiere

Sonntag, 25. September 2016

Nacht im Museum - Gemäldegalerie Berlin lädt zum Social-Media-Event ein

Im Rahmen der Ausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Valáquez" luden die Staatlichen Museen Berlin gestern Abend zu einem exklusiven Social-Media-Event ins Kulturforum ein. Nach den regulären Öffnungszeiten waren wir von 18 bis 22 Uhr eingeladen die Ausstellung unter dem Motto "Alte Kunst in neuen Medien" in verschieden "Talk-Runden" gemeinsam zu besuchen. 


Alte Kunst in neuen Medien?!

Was haben die Alten Meister mit den digitalen Medien von heute zu tun? Gibt es Parallelen zwischen den Arbeitsweisen und Kunstwerken von damals und den heutigen sozialen Netzwerken. Wie groß die Ähnlichkeiten sind und wie avantgardistisch auch die Künstler aus dem Goldenen Zeitalter Spaniens gearbeitet haben, wurde gemeinsam in verschiedenen Talks diskutieren. Anhand dieser Talks (Themen siehe unten) wurden wir, mit der Unterstützung des KuratorInnen-Teams und Social-Media-Influencern aus unterschiedlichen Bereichen, mit der "alten" Kunst und den neuen Medien in zwei ca. 30-minütigenTalks zusammengebracht


Themen der Talk-Runde I

19:00 – 19:45 Uhr

- Sponsored Gemälde
Insta-Takeover, gesponserte Posts, virale Werbung – all das gab es in ähnlicher Form schon vor 400 Jahren. Denn ähnlich wie heutige Künstler und Social-Media-Influencer mussten auch die Maler des Barock sehen, woher das Geld für ihre Miete kommt …
 

- Visuelle Erfolgskonzepte für Bilder
Viele erfolgreiche Instagramer bleiben bei visuellen Konzepten, die sich einmal bewährt haben – Bildkomposition, Thema, Ästhetik in vielen Feeds zeigen eine eindeutige Handschrift. Auch die Künstler des Barock waren stets auf der Suche nach dem erfolgversprechendsten Motiv und der eingängigsten Bildkomposition.
 

- Tradition vs. Avantgarde – Inszenierung von Personen (Porträts) 
Die Maler des Siglo de Oro waren in der Darstellung von Personen sehr innovativ – sie malten Heilige aus der Bibel in zeitgenössischen Kleidern und sprachen so ihr Publikum an. Wie werden Personen heute innovativ inszeniert und welche Parallelen und Unterschiede zur Vergangenheit lassen sich aufdecken?

- Kuratieren online und offline
Kuratoren wählen Objekte für die Ausstellung aus, Instagramer wählen Bilder für ihren Feed aus – welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich finden und wo können beide voneinander lernen?


Themen der Talk-Runde II 

20:00 – 20:45 Uhr

- Hintergrundinformationen
Vor welcher Landschaft ließen sich Adlige porträtieren? Was verrät uns der Hintergrund eines Bildes über Status, Einstellung und Charakter der Dargestellten? Welche Botschaften versteckten die Maler in den Bildern? Eine Spurensuche.
 

- Storytelling
Die Maler des 17. Jahrhunderts hatten nur eine Leinwand, um ihre Geschichte zu erzählen. Dafür hatten sie etwas, das uns heute fehlt: Zeit. Können wir mit unseren schnelllebigen Medien wie Snapchat und Co. etwas von den Alten Meistern lernen?
 

- Community Building & Networking
Die Community ist das Wichtigste in sozialen Netzwerken. Doch auch die Künstler vor 400 Jahren hatten ihre Communities, mit denen sie zusammenarbeiteten, sich inspirieren ließen und denen sie sich stellen mussten

- Der Schein trügt – Manipulation von Kunst
Ein Bild ist nicht gleich ein Bild: In Zeiten von Photoshop ist alles möglich und Manipulationen kommen selbst beim World Press Photo vor. Die Maler und Bildhauer im 17. Jahrhundert haben ihre Bilder ebenfalls manipuliert, verändert und den Umständen angepasst. Wer genau hinsieht, kann einiges entdecken.


Blick in die Sonderausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez"
 

Mit Hilfe der Talks suchen wir also nach Antworten Wo sind also die Unterschiede und/oder was sind die Parallelen zwischen dem goldenen Zeitalter der spanischen Kunst (übrigens eine sehr eindrucksvolle Ausstellung) und unsere heutigen digital geprägten Welt?

Haben wir sie gefunden? Unter den Hashtags #exploringelsiglo und #elsiglodeoro wurde getwittert, Blogbeiträge erstellt - ja, z. B. hier - und  Instagram und Snapchat-Stories erzählt. Einige Beispiele gibt's auch auf unserem Instagram, Twitter und Facebook-Seite. Das Event fand übrigens in Koopertion mit MobilePhotography.de statt (@lmobilephotography_de).

Im Anschluss an die Talks blieb Zeit für einen Ausstellungsbesuch, um Instant-Fotos auf der Instant Lab Kamera zu drucken oder sich bei spanischen Snacks und Getränken auszutauschen.





Weitere Infos zur Ausstellung, Hintergrundinformationen und spannende Geschichten gibt es auf der Ausstellungswebsite der Staatlichen Museen zu Berlin oder auch auf deren Blog.
 
El Siglo de Oro 

Gemäldegalerie
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Eintritt: 14,- EUR ermäßigt 7,- 

Mo geschlossen, Di, Mi, Fr 10:00 - 18:00 , Do 10:00 - 18:00, Sa,So 11:00 - 18:00 Uhr.
Zur Ausstellung gibt es einen Audioguide eingesprochen von Daniel Brühl, im Eintrittspreis inbegriffen.


Donnerstag, 15. September 2016

GASAG Kunstpreisträger Andreas Greiner in der Berlinischen Galerie


Blick auf „Monument für 308“ von Andreas Greiner (Foto: Circus mag)

Gestern Abend war die offizielle Eröffnung der Ausstellung Agentur des Exponenten“ von GASAG Kunstpreisträger 2016 Andreas Greiner. Ursprünglich hatte Greiner Medizin studiert, dann wurde Meisterschüler bei Olafur Eliasson an der Universität der Künste Berlin und ist dort auch Absolvent des Instituts für Raumexperimente. Da verwundert nicht sein Ansatz mit seiner Kunst einen neuen Denkraum zu erschaffen, der ein anderes Verhältnis zur Umwelt und Natur ermöglicht. Doch dabei geht es vor allem um die Verknüpfung zwischen Kunst und Wissenschaft. Steigen wir intensiver in seine Arbeiten ein, lernen wir den anthropozentrischen Blick kennen mit dem er die Natur hinterfragt.

Masthuhn Heinrich (totus corpus) Foto: Theo Bitzer, mit Verpflichtungsvertrag des Kinderbauernhofs

Und wir lernen Heinrich kennen. Heinrich, das Masthuhn, wird von Andreas Greiner aus einem Mastbetrieb gerettet. Anschließen suchte er einen geeigneten Kinderbauernhof, der sich vertraglich dazu verpflichtete sich gut und artgerecht um Heinrich zu kümmern. Greiner wollte sehen, wie sich ein Masthuhn in Freiheit entwickelt. Doch Heinrich starb nach sechs Monaten an Herzversagen. Eigentlich werden Hühner ca. sechs Jahre alt. Masthühner sind aber nicht darauf gezüchtet so alt zu werden. Sie werden gemästet um nach 30 Tagen geschlachtet zu werden. Heinrichs Geschichte steht stellvertretend für 6 Millionen Masthühner in Deutschland. Na dann guten Appetit.

Masthuhn (Èlèonore) vor einer CT-Röntgenaufnahme in Berlin 2015 (Foto: Andreas Greiner)


Neben dem Fotoporträt von Masthahns Heinrich befindet sich im Zentrum der Ausstellung ein monumentales, im 3D-Druckverfahren erzeugtes, Skelett eines weiteren Masthuhns. Dafür ließ er von dem toten Huhn (nicht Heinrich) ein CT anfertigen. Nun steht das 7,50 Meter große Skelett  mit dem Titel „Monument für 308“ (308 ist die Typenbezeichnung für diese Sorte Masthuhn) auf einem klassischen Skulpturensockel in der großen Halle der Berlinischen Galerie. Es erinnert an die Rekonstruktion eines Flugsauriers im Naturkundemuseum, der gerade zum Sprung oder Flug ansetzt. Es ist die digitale Transformation in ein Relikt unserer Zeit. Der 3D-Drucker benötigte dafür zwei Monate, mit 24 Stunden am Tag druckend, 7 Tage die Woche, bis alle Knochenteile fertig gestellt waren.

Skizze und Skuptur "Monumentum für die 308" im Atelier (Foto: Theo Bitzer, 2016)


Im zweiten Teil der Ausstellung befasst sich der Künstler mit Lebewesen, die normalerweise nicht als Individuen wahrgenommen werden – Algen. Sie wurden mit einem Elektronenrastermikroskop in großen Schwarz/ Weiß-Fotos porträtiert. Neben ihren lateinischen Beschreibungen hat Geiner den Mikroalgen eigene Vornamen gegeben. Sie heißen Florian, Stephen und Ulrike.

"Ulrike" Euastrum oblongum

"Florian" und "Stephen", elektronenrastermikroskopische Aufnahem, 2015, Andreas Greiner und Martina Heider,  Bayerisches Polymerinstitut, Universität Bayreuth
 
Im dritten Teil kombiniert Greiner einen selbstspielenden Flügel (Disklavier) mit Filmaufnahmen von der Haut von Tintenfischen. Wir sehen die pulsierende und leuchtende Haut und hören dazu die musikalische Interpretation von Freund und Kollege Tyler Friedman. 

Pressepräsentation | von links: Guido Faßbender (Kurator Bildende Kunst), Dr. Thomas Köhler (Direktor der berlinischen Galerie), Vera Gäde-Butzlaff (Vorstandsvorsitzende GASAG Berliner Gaswerke AG), Andreas Greiner (Künstler)
 
Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Schulprojekten zur „Freilandhaltung“. Mehr dazu auf der Homepage der Berlinischen Galerie: www.berlinischegalerie.de

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.
124–128. Eröffnung: 14.9. 19 Uhr.
Mi–Mo 10–18 Uhr. Bis 6. Februar 2017. 
#AndreasGreinerBG
#berlinischegalerie

Text: Ruth-Janessa Funk

Mittwoch, 14. September 2016

Sechs Tage - Kunst Pur | Berlin Art Week 2016

Gestern Abend war Eröffnungsparty im Kino International und damit auch Startschuss für Berlin's wichtigstes Kunstevent mit rund 120 Veranstaltungen in mehr als 50 Häusern. Ab 22 Uhr gab's im Kino International britische Kurzfilme „No Joke, My Dear“ aus der Haubrok Collection. Unter den DJs und Musikern waren Schowi, Britta Thie und Franziska Sinn (Popo NYP). Party Pur!

Sechs Tage lang öffnen Messen, Galerien, Projekträume und Privatsammlungen bis in die Nacht. Eröffnungen, Preisverleihungen, Atelierbesuchen, Privatsammlungen reihen sich aneinander. Ein Kunstevent löst das andere ab. Die 9. Berliner Biennale, bereits im Juni gestartet, feiert heute ab 12 Uhr Mittag bis Mitternacht das Finale der 9. Berlin Biennale  mit einen 12-stündiges Special aus Performance, Vorträgen und Musik. Mehr dazu gibt unter www.bb9.berlinbiennale.de

Heute Abend gibt es auch gleich mehrere spannenden Eröffnungen. Gasag-Kunstpreisträger Andreas Greiner zeigt in seiner Ausstellung in der Berlinischen Galerie, wie nah Kunst an Wissenschaft rücken kann. Im Mittelpunkt steht das Huhn Heinrich, gerettet aus einem Mastbetrieb und verewigt als Dinosaurier-Skelett inmitten der Ausstellung (Berichterstattung folgt).

Weitere Höhepunkte für heute auf meiner Liste sind: Halil Altındere im Neuen Berliner Kunstverein, Yvonne Roeb in der Schering Stiftung und Anne Imhof im Hamburger Bahnhof. Die Ausstellungen eröffnen heute Abend in zeitlicher Abfolge in der Schering Stiftung, im Neuen Berliner Kunstverein, in der Berlinischen Galerie und im Hamburger Bahnhof.

Halil Altındere im Neuen Berliner Kunstverein

Gestern war schon mal Generalprobe für die Performance heute Abend ab 20 Uhr.

 Einige Eindrücke gibt's bereits bei uns auf Instagram und Facebook. 

Bis später ...



Fotos und Text: Ruth-Janessa Funk

Dienstag, 13. September 2016

Erste Eindrücke: Berlin Art Week 2016


Zum 5. Mal präsentiert sich die Berlin Art Week dieser Woche einem breiten Publikum von Kunstinteressierten. Auch dieses Jahr dürfte für jeden wieder etwas Spannendes dabei sein. Gestern war für mich Auftakt im me Collectors Room. Hier stellte Thomas Olbricht seine Sammlung "My Abstract World" persönlich vor. Die Begeisterung für intensive Farben und großen Ausdruck animiert ihn seit 30 Jahren zum Sammeln unterschiedlichster Kunstwerke. Nun können wir einen Teil seiner favorisierten Werke im me Collectors Room bestaunen. Hier schon mal ein kleiner Einblick in die Sammlung, die am Mittwoch, 14. September eröffnet. www.me-berlin.com

Wunderbar Inszenierung von Katharina Grosse
Musik und Drinks ab 14-17 Uhr
Künstler: Thomas Scheibnitz, Ohne Titel (Kugel) von 2002



More to come ...
Text und Fotos ©2016 Ruth-Janessa Funk