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TRENDVIEWS of FASHION, ARTS & LIFESTYLE


Sonntag, 9. Oktober 2016

Unsere internationalen Ausstellungs-Tipps für Oktober

Mit dem Wort "Kreativität" verwenden wir auch gerne synonym die  Begriffe "inventivness" und "discovery", das heißt "erfinden" und "entdecken". Zum Unterschied zwischen den Begriffen "erfinden" und "entdecken". Entdecken bedeutet "etwas zu finden". Dieses Finden entdecken wir auch oft in der Kunst. Und wie behauptete ja schon Beuys: "Jeder Mensch ist ein Künstler". Hier also einige internationale Ausstellungstipps von uns für Euch im Oktober: 

Momentan läuft in London die Frieze! Eine der wichtigsten Kunstmesse der Welt. Ein der Top-Must-see Art Exhibitions ist die Ausstellung von Chris Johanson, “Imperfect Reality with Figures and Challenging Abstraction,” in der The Conversation Galerie. Der Amerikaner ist ein sehr aufmerksamer Beobachter der Gegenwart und es gelingt ihm seine Eindrücke in Kunst zu verwandeln. Mit seiner Bildsprache versucht der Künstler seine kritische Haltung gegenüber des heutigen Lebensstils auszudrücken: "Die Strukturen, die wir Menschen geschaffen haben, stehen im Widerspruch mit der organischen Natur der Welt. Das verursacht Konflikte." Für seine neuen Gemälde und Papierarbeiten verwendet Johanson überwiegend recycelte Materialien. The Conversation, noch bis zum 3. Dezember.

Chris Johanson: bodywork and harmony
Chris Johanson: untitled

Seit dem 8. September gastiert Daniel Richter mit “Lonely Old Slogans” im Louisiana (eines meiner Museum-Favoriten) in Kopenhagen. Daniel Richter ist ein Geschichtenerzähler und einer der prägenden Künstler seiner Generation. Schon seit den späten 1990er-Jahren wurde sein malerisches Werk in zahl­rei­chen Ausstel­lun­gen gefei­ert. Nach einer künstlerischen Pause entwickelte Richter eine neue Bildsprache, die sich seiner gewohnten Motivik und Malweise, den bekannten Farben und Themen entzieht. Bis zum
8. Januar 2017. louisiana.dk


Ich glaube nicht an Tech­nik. Für mich ist
das Malen eine Form des Denkens, und die Dinge, 
die man für diese Form des Denkens benö­tigt, 
macht man sich gefü­gig
Daniel Richter

Daniel Richter, Tarifa 2001


Unser Tipp für New York: Slavs and Tatars, das Berliner Kollektiv zeigt Afteur Pasteur in der Tanya Bonakdar Gallery, 21st Street. Die neuen Arbeiten des Duos beziehen sich, wie alle bisherigen Arbeiten, auf Eurasia, das Gebiet mit zahlreichen verschiedenen Ethnien, Ländern und Sprachen östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer. Neben Sprache und Identität widmen sich Slavs und Tatars hier auch dem Thema Bakterien und den Grenzen unseres Wissens über Vorgänge wie Fermentation. Daher bildet das Zentrum der Ausstellung eine Ayran Bar. Außerdem zeigt das Kollektiv verschiedene Skulpturen, Wandteppiche und Schilder sowie eine überdimensionale Gebetskette, die von der Decke hängt und als Schaukel dient. Eine sehr vielseitige und komplexe Ausstellung, die trotzdem nicht überladen wirkt. Noch bis zum 22. Oktober. Also beeilen!
www.tanyabonakdargallery.com

Installation von Slavs and Tatars in New York

Jannis Kounellis wurde 1936 in Piraeus, Griechenland geboren, übersiedelte aber bereits 1956 nach Rom, wo er heute noch lebt und arbeitet. Hier zeigt auch die Gavin Brown’s Enterprise die Einzelausstellung “DODECAFONIA" des Künstlers in der Kirche
Sant Andrea De Scaphis aus dem 18. Jahrhundert. Kounellis hat seine künstlerische Sprache in der 60iger Jahren im Kontext der Arte Povera entwickelt und wurde insbesondere 1969 durch die Ausstellung von 12 Pferden in einer römischen Galerie bekannt.
Mit den sparsamsten Mitteln schafft Kounellis spektakuläre Inszenierungen. Von Beginn an verwendete der Künstler einfache Materialien wie Kohle, Stahl, Kreide, Erde bis hin zu Gebrauchsgütern von Bettgestellen oder wie in der aktuellen Ausstellung Messer und getragene Mäntel. Auch finden Feuer und Rauch als wichtige Metaphern häufig Eingang in sein Werk sowie Verweise auf die Entwicklung westlicher Kunst. Läuft noch bis zum 30. November. www.santandreadescaphis.com


Jannis Kounellis – Dodecafonia – Gavin Brown’s Enterprise, Roma 2016

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Weltpremiere mit Jean Peaul Gaultier und THE ONE Grant Show in Friedrichstadt-Palast Berlin



Nun ist es soweit! Morgen ist die große Weltpremiere der neusten Revue-Show im Friedrichstadtpalast. Mit spektakulären Bühnenshows hat der Berliner Friedrichstadt-Palast in den letzten Jahren bereits viel Aufsehen erregt. Ohne Zweifel wird auch THE ONE Grand Show wieder ein rauschendes Fest für alle Sinne werden mit einem besonderen Alleinstellungsmerkmal: Jean Paul Gaultier, unser Modepapst aus Paris (ja auch Karl Lagerfeld ist einer unsere Modepäpste), hat alle Kostüme für „THE ONE Grand Show“ entworfen.


Revue kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt "Zeitschrift" oder "Übersicht". Ende des 19. Jahrhundert entstand diese Art von Musikshow erstmals in Paris. Vorläufer der Revue-Shows waren  Cabaret-Shows wie  Le Chat Noir, Folies Bergère oder das Moulin Rouge. Wen wunderts also, dass ausgerechnet der Franzose Gaultier, eine lebende Legende der Pariser Haute Couture, mit  prachtvollen Kostümen, von denen über 500 zu sehen sein werden, für „Glamour pur“ an der Spree sorgt. „Schon als kleiner Junge war es mein großer Traum, an einer Revue mitzuarbeiten“, erklärt der visionäre Modeschöpfer sein Engagement bei THE ONE Grand Show



Gaultier ist einer der wenigen Weltstars der Modebranche, eine lebende Legende der Pariser Haute Couture.  Sehr schnell wurde er zu Beginn seiner Karriere als Rebell gefeiert. Er brachte die Outfits der Straße auf den Laufsteg und ließ sich von den verschiedensten Kulturen inspirieren. Er inszenierte Ethno-Shows mit arabischen oder asiatischen Elementen. Männer traten in Schottenröcken auf, Frauen mit Piercings, extrem enge Korsetts, Latex, Leder. All das spiegelt sich in den Kostümen für die neue Show: Es gibt Reisen durch verschiedene Epochen, abenteuerliche Entwürfe, die an Zirkus erinnern, Berliner Graffiti und rotzige Punk-Ästhetik.

Auf Mode wollte sich Jean Paul Gaultier aber nie beschränken: Er entwarf Kostüme für Filme von Pedro Almodóvar oder Luc Besson, Bühnenoutfits für Popstars wie Lady Gaga und Madonna mit dem legendären hautfarbenen Kegel-BH. Insofern ist seine Verpflichtung am PALAST ein logischer Schritt.

Nur im Traum, auf der Bühne
und im Film ist alles möglich.“
Roland Welke (Regisseur von THE ONE Grand Show)

THE ONE Grand Show ist eine traumwandlerische Zeitreise auf der Suche nach dem einen Menschen, der alles für uns bedeutet - THE ONE. Typisch für die Revue ist eine Collage aus glamourösen Showbildern um ein verbindendes Thema. Das Einstiegsbild in die „Traumreise“ ist ein altes Revuetheater, das seit vielen Jahren leer steht und mit einer wilden Undergroundparty zu neuem Leben erwacht. Und die Dimensionen der Traumvisionen sind gewaltig: über 100 Künstler*innen auf der größten Theaterbühne der Welt, ein Produktionsbudget von über elf Millionen Euro, die aufwändigste Show in Europa. Ein technisches Highlight der neuen Grand Show ist der Bühnenboden, unter dem sich eine gewaltige Wasseroberfläche mit fluoreszierendem Wasser auftut. Das spektakuläre Lichtdesign stammt von Emmy-Preisträger Peter Morse, der schon für Michael Jackson, Madonna, Barbra Streisand, Prince oder Bette Midler gearbeitet hat.


Weltpremiere am 6. Oktober. Die Spieldauer ist bis Mitte 2018 geplant. Tickets ab 19,80 Euro inkl. Gebühren sind im Vorverkauf erhältlich unter www.palast.berlin oder bei der Ticket-Hotline 030-2326 2326.
Dauer ca. 2,5 Stunden inkl. 25 Minuten Pause
Wo: Friedrichstadt-Palast - Berlin
Adresse: Friedrichstr. 107, 10117 Berlin (Mitte)

Dienstag, 4. Oktober 2016

Die Berliner Festspiele starten mit neuem Format ins digitale Zeitalter

Im Oktober startete die Berliner Festspiele ein neues Format: In dem auf drei Jahre angelegten Programm „Immersion - Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ werden in regelmäßiger Folge künstlerische Arbeiten zur Aufführung und Ausstellung gebracht – als Performance oder Skulptur, Choreografie, Virtual Reality Experience oder Narrative Space. Diese Performative Künste finden vornehmlich im Haus der Berliner Festspiele und im Martin-Gropius-Bau statt.

Das Programm startet mit dem Untertitel „Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ und der Frage: Wie, seit wann und durch was verändert sich künstlerische Produktion unter dem Eindruck der Digitalisierung? Lässt sich die konventionelle Trennung der Welt in digital und analog überhaupt noch aufrechterhalten? Bereits am 19. Oktober ist Start mit „RHIZOMAT“, einer Installation der Szenografin Mona el Gammal. Am 27. Oktober startet im Martin-Gropius-Bau das transdisziplinäre Projekt „Symphony of a Missing Room“ von Lundahl & Seitl


Mona el Gammal
„RHIZOMAT“
„Symphony of a Missing Room“ Lundahl & Seitl

 
Am 18. November eröffnet Omer Fast – einer der markantesten Film- und Videokünstler seiner Generation – unter dem Titel “Reden ist nicht immer die Lösung” eine große Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Vom 18. – 20. November findet die erste „Schule der Distanz“ im Martin-Gropius-Bau statt. Ein zentrales Thema immersiver Erfahrungen ist die Distanz, die zwischen Kunstwerk und Publikum neu vermessen wird.

Kartenverkauf für alle Veranstaltungen unter www.berlinerfestspiele.de und telefonisch unter +49-30 254 89–100

Dienstag, 27. September 2016

SVÄRTAN - IKEA in Schwarz-Weiß

Die neue Kollektion von IKEA, "Svärtan" zeigt indisches Design in neuem Licht. Der schwedische Textildesigner Martin Bergström hat in Zusammenarbeit mit Studenten des National Institute of Fashion Technology in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi eine neue limitierte Kollektion für das schwedische Möbelhaus entworfen. Besonders schön finde ich die Art und Weise wie das Team von Studenten an das Design herangegangen ist. SVÄRTAN heißt auf Schwedisch so viel wie Schwärze.

Die SVÄRTAN Kollektion von IKEA
Bergström selbst sagte zur Motivation hinter dem Projekt, für das er einen einwöchigen Designworkshop mit den Studenten vor Ort abhielt: „Viele Menschen denken bei Indien an fröhlich-bunte Farben, Ornamente, glänzendes Gold. Wir wollten mit dieser Kollektion ein anderes Indien zeigen, eine moderne Interpretation der Kultur.“ Er bat die Teilnehmer des Workshops darum, Inspiration aus dem Alltag zu schöpfen und das, was sie sehen, zu abstrahieren und es zu Papier zu bringen. „Sie sollten interessante Muster in brüchigen Mauern finden, oder in den Kabeln, die über den Straßen hängen.“

„In Indien scheint alles ein Muster, eine Struktur zu haben. [...] Man weiß nie, ob etwas uralt ist oder neu“, so Bergström. Er wollte die Poesie dort aufzeigen, wo man sie nicht erwartet. Aus über 2.000 entstandenen Zeichnungen und Mustern wählte der Designer in Kooperation mit den Studenten 15 Motive aus, die zur tatsächlichen Kollektion verarbeitet wurden. Das Video gibt einen wunderbaren Einblick in die Arbeit mit den Studenten und das Entstehen der Kollektion.



SVÄRTAN
zeigt mit seinen Mustern ein anderes Indien. Inspiriert von städtischen Landschaften arbeitet die Serie in Schwarz, Weiß und Grautönen. Die finalen Produkte springen ein vor offensichtlicher Designlastigkeit nicht an, die Liebe steckt eher im Detail: alle Gläser sind mundgeblasene Unikate. Die Textilien erzählen die Geschichten der Studenten. Schalen sind gepierct mit kleinen, anthrazitfarbenen Edelstahlringen, wie der Macher hinter dem Produkt.


Bettwäsche aus 100% Baumwolle

Design und Herstellung erzeugen bei diesen mundgeblasenen Glaswaren diese kantigen, überraschenden Designs.

Inspiriert an alten indischen Schalen

Die Kollektion umfasst sowohl Möbel, als auch Wohntextilien und gerahmte Prints und ist ab sofort auch in Deutschland bei IKEA erhältlich. Noch mehr über SVÄRTAN erfahrt ihr hier: http://bit.ly/_SVÄRTAN.

Sonntag, 25. September 2016

Nacht im Museum - Gemäldegalerie Berlin lädt zum Social-Media-Event ein

Im Rahmen der Ausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Valáquez" luden die Staatlichen Museen Berlin gestern Abend zu einem exklusiven Social-Media-Event ins Kulturforum ein. Nach den regulären Öffnungszeiten waren wir von 18 bis 22 Uhr eingeladen die Ausstellung unter dem Motto "Alte Kunst in neuen Medien" in verschieden "Talk-Runden" gemeinsam zu besuchen. 


Alte Kunst in neuen Medien?!

Was haben die Alten Meister mit den digitalen Medien von heute zu tun? Gibt es Parallelen zwischen den Arbeitsweisen und Kunstwerken von damals und den heutigen sozialen Netzwerken. Wie groß die Ähnlichkeiten sind und wie avantgardistisch auch die Künstler aus dem Goldenen Zeitalter Spaniens gearbeitet haben, wurde gemeinsam in verschiedenen Talks diskutieren. Anhand dieser Talks (Themen siehe unten) wurden wir, mit der Unterstützung des KuratorInnen-Teams und Social-Media-Influencern aus unterschiedlichen Bereichen, mit der "alten" Kunst und den neuen Medien in zwei ca. 30-minütigenTalks zusammengebracht


Themen der Talk-Runde I

19:00 – 19:45 Uhr

- Sponsored Gemälde
Insta-Takeover, gesponserte Posts, virale Werbung – all das gab es in ähnlicher Form schon vor 400 Jahren. Denn ähnlich wie heutige Künstler und Social-Media-Influencer mussten auch die Maler des Barock sehen, woher das Geld für ihre Miete kommt …
 

- Visuelle Erfolgskonzepte für Bilder
Viele erfolgreiche Instagramer bleiben bei visuellen Konzepten, die sich einmal bewährt haben – Bildkomposition, Thema, Ästhetik in vielen Feeds zeigen eine eindeutige Handschrift. Auch die Künstler des Barock waren stets auf der Suche nach dem erfolgversprechendsten Motiv und der eingängigsten Bildkomposition.
 

- Tradition vs. Avantgarde – Inszenierung von Personen (Porträts) 
Die Maler des Siglo de Oro waren in der Darstellung von Personen sehr innovativ – sie malten Heilige aus der Bibel in zeitgenössischen Kleidern und sprachen so ihr Publikum an. Wie werden Personen heute innovativ inszeniert und welche Parallelen und Unterschiede zur Vergangenheit lassen sich aufdecken?

- Kuratieren online und offline
Kuratoren wählen Objekte für die Ausstellung aus, Instagramer wählen Bilder für ihren Feed aus – welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich finden und wo können beide voneinander lernen?


Themen der Talk-Runde II 

20:00 – 20:45 Uhr

- Hintergrundinformationen
Vor welcher Landschaft ließen sich Adlige porträtieren? Was verrät uns der Hintergrund eines Bildes über Status, Einstellung und Charakter der Dargestellten? Welche Botschaften versteckten die Maler in den Bildern? Eine Spurensuche.
 

- Storytelling
Die Maler des 17. Jahrhunderts hatten nur eine Leinwand, um ihre Geschichte zu erzählen. Dafür hatten sie etwas, das uns heute fehlt: Zeit. Können wir mit unseren schnelllebigen Medien wie Snapchat und Co. etwas von den Alten Meistern lernen?
 

- Community Building & Networking
Die Community ist das Wichtigste in sozialen Netzwerken. Doch auch die Künstler vor 400 Jahren hatten ihre Communities, mit denen sie zusammenarbeiteten, sich inspirieren ließen und denen sie sich stellen mussten

- Der Schein trügt – Manipulation von Kunst
Ein Bild ist nicht gleich ein Bild: In Zeiten von Photoshop ist alles möglich und Manipulationen kommen selbst beim World Press Photo vor. Die Maler und Bildhauer im 17. Jahrhundert haben ihre Bilder ebenfalls manipuliert, verändert und den Umständen angepasst. Wer genau hinsieht, kann einiges entdecken.


Blick in die Sonderausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez"
 

Mit Hilfe der Talks suchen wir also nach Antworten Wo sind also die Unterschiede und/oder was sind die Parallelen zwischen dem goldenen Zeitalter der spanischen Kunst (übrigens eine sehr eindrucksvolle Ausstellung) und unsere heutigen digital geprägten Welt?

Haben wir sie gefunden? Unter den Hashtags #exploringelsiglo und #elsiglodeoro wurde getwittert, Blogbeiträge erstellt - ja, z. B. hier - und  Instagram und Snapchat-Stories erzählt. Einige Beispiele gibt's auch auf unserem Instagram, Twitter und Facebook-Seite. Das Event fand übrigens in Koopertion mit MobilePhotography.de statt (@lmobilephotography_de).

Im Anschluss an die Talks blieb Zeit für einen Ausstellungsbesuch, um Instant-Fotos auf der Instant Lab Kamera zu drucken oder sich bei spanischen Snacks und Getränken auszutauschen.





Weitere Infos zur Ausstellung, Hintergrundinformationen und spannende Geschichten gibt es auf der Ausstellungswebsite der Staatlichen Museen zu Berlin oder auch auf deren Blog.
 
El Siglo de Oro 

Gemäldegalerie
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Eintritt: 14,- EUR ermäßigt 7,- 

Mo geschlossen, Di, Mi, Fr 10:00 - 18:00 , Do 10:00 - 18:00, Sa,So 11:00 - 18:00 Uhr.
Zur Ausstellung gibt es einen Audioguide eingesprochen von Daniel Brühl, im Eintrittspreis inbegriffen.


Donnerstag, 22. September 2016

Frauenpower Pur - Salut Salon mit Karnelval der Tiere und andere Phantasien

Foto © Thorsten Wingenfelder (Salut Salon)


Mit ihrem mittlerweile weltweit gefeierten Programm „Ein KARNEVAL der TIERE und andere Phantasien“ starten die vier Musikerinnen von Salut Salon im September ihre internationale Tour 2016/2017. Nach Tourneen durch Frankreich, die USA und ihrem traditionellen Sommergastspiel im Hamburger Thalia Theater startet das Hamburger Klassik-Quartett ab September ihre Tour 2016/17: durch Deutschland, das europäische Ausland und in Länder jenseits des Mittelmeers, wie etwa nach Israel. Gestern war Start in Berlin. Bis Freitag gastiert das Musikquartett im Berliner Emsemble. Dann geh's weiter nach Braunschweig und Genf. Alle weiteren Tourdaten für 2016/17 hier>>  

Salut Salon präsentieren in ihrem weltweit gefeiertes Live-Programm „Ein KARNEVAL DER TIERE und andere Phantasien“ ein musikalische Mischung aus Klassik, Tango und Chanson. Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Geige und Gesang), Anne-Monika von Twardowski (Klavier) und Sonja Lena Schmid (Cello) holen Tierisches musikalisch virtuos auf die Bühne. Es gibt– neu arrangiert – auch Teile von Camille Saint-Saëns' berühmtem „Karneval“ zu hören.  Ich selbst habe von vielen Jahren zu Karneval der Tiere ein Buch für meine Kinder illustriert.


Doch Salut Salon wären nicht Salut Salon, würden sie Saint-Saëns „zoologischen Phantasien“ nicht ihre eigenen, ganz „anderen Phantasien“ entgegensetzen und aus bekannten wie selten zu hörenden Klassikern einen programmatischen Abend zaubern, in dessen Verlauf auch Nebenfiguren ins Rampenlicht treten – das Huhn, die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch, Moskitos oder ein kulinarisch äußerst gebildeter Löwe, der uns das Frühstück in der Savanne erklärt. Chansons von Salut Salon –  souverän und selbstironisch; berührend und witzig zugleich.
www.salut-salon.com 

Übrigens: Ab Dezember 2016 touren die vier Ausnahmemusikerinnen auch wieder mit ihrer Weihnachts-Show durch Deutschland.
 
Eintrittskarten sind erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen,
oder telefonisch unter der Semmel Concerts Ticket-Hotline 01806/ 57 00 99
(20 Cent / Anruf, Mobilfunk 60 Cent / Anruf)
sowie im Internet unter www.semmel.de.

Foto © Thorsten Wingenfelder (Salut Salon)

Foto © Thorsten Wingenfelder (Salut Salon)

Foto © Thorsten Wingenfelder (Salut Salon)

Donnerstag, 15. September 2016

GASAG Kunstpreisträger Andreas Greiner in der Berlinischen Galerie


Blick auf „Monument für 308“ von Andreas Greiner (Foto: Circus mag)

Gestern Abend war die offizielle Eröffnung der Ausstellung Agentur des Exponenten“ von GASAG Kunstpreisträger 2016 Andreas Greiner. Ursprünglich hatte Greiner Medizin studiert, dann wurde Meisterschüler bei Olafur Eliasson an der Universität der Künste Berlin und ist dort auch Absolvent des Instituts für Raumexperimente. Da verwundert nicht sein Ansatz mit seiner Kunst einen neuen Denkraum zu erschaffen, der ein anderes Verhältnis zur Umwelt und Natur ermöglicht. Doch dabei geht es vor allem um die Verknüpfung zwischen Kunst und Wissenschaft. Steigen wir intensiver in seine Arbeiten ein, lernen wir den anthropozentrischen Blick kennen mit dem er die Natur hinterfragt.

Masthuhn Heinrich (totus corpus) Foto: Theo Bitzer, mit Verpflichtungsvertrag des Kinderbauernhofs

Und wir lernen Heinrich kennen. Heinrich, das Masthuhn, wird von Andreas Greiner aus einem Mastbetrieb gerettet. Anschließen suchte er einen geeigneten Kinderbauernhof, der sich vertraglich dazu verpflichtete sich gut und artgerecht um Heinrich zu kümmern. Greiner wollte sehen, wie sich ein Masthuhn in Freiheit entwickelt. Doch Heinrich starb nach sechs Monaten an Herzversagen. Eigentlich werden Hühner ca. sechs Jahre alt. Masthühner sind aber nicht darauf gezüchtet so alt zu werden. Sie werden gemästet um nach 30 Tagen geschlachtet zu werden. Heinrichs Geschichte steht stellvertretend für 6 Millionen Masthühner in Deutschland. Na dann guten Appetit.

Masthuhn (Èlèonore) vor einer CT-Röntgenaufnahme in Berlin 2015 (Foto: Andreas Greiner)


Neben dem Fotoporträt von Masthahns Heinrich befindet sich im Zentrum der Ausstellung ein monumentales, im 3D-Druckverfahren erzeugtes, Skelett eines weiteren Masthuhns. Dafür ließ er von dem toten Huhn (nicht Heinrich) ein CT anfertigen. Nun steht das 7,50 Meter große Skelett  mit dem Titel „Monument für 308“ (308 ist die Typenbezeichnung für diese Sorte Masthuhn) auf einem klassischen Skulpturensockel in der großen Halle der Berlinischen Galerie. Es erinnert an die Rekonstruktion eines Flugsauriers im Naturkundemuseum, der gerade zum Sprung oder Flug ansetzt. Es ist die digitale Transformation in ein Relikt unserer Zeit. Der 3D-Drucker benötigte dafür zwei Monate, mit 24 Stunden am Tag druckend, 7 Tage die Woche, bis alle Knochenteile fertig gestellt waren.

Skizze und Skuptur "Monumentum für die 308" im Atelier (Foto: Theo Bitzer, 2016)


Im zweiten Teil der Ausstellung befasst sich der Künstler mit Lebewesen, die normalerweise nicht als Individuen wahrgenommen werden – Algen. Sie wurden mit einem Elektronenrastermikroskop in großen Schwarz/ Weiß-Fotos porträtiert. Neben ihren lateinischen Beschreibungen hat Geiner den Mikroalgen eigene Vornamen gegeben. Sie heißen Florian, Stephen und Ulrike.

"Ulrike" Euastrum oblongum

"Florian" und "Stephen", elektronenrastermikroskopische Aufnahem, 2015, Andreas Greiner und Martina Heider,  Bayerisches Polymerinstitut, Universität Bayreuth
 
Im dritten Teil kombiniert Greiner einen selbstspielenden Flügel (Disklavier) mit Filmaufnahmen von der Haut von Tintenfischen. Wir sehen die pulsierende und leuchtende Haut und hören dazu die musikalische Interpretation von Freund und Kollege Tyler Friedman. 

Pressepräsentation | von links: Guido Faßbender (Kurator Bildende Kunst), Dr. Thomas Köhler (Direktor der berlinischen Galerie), Vera Gäde-Butzlaff (Vorstandsvorsitzende GASAG Berliner Gaswerke AG), Andreas Greiner (Künstler)
 
Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Schulprojekten zur „Freilandhaltung“. Mehr dazu auf der Homepage der Berlinischen Galerie: www.berlinischegalerie.de

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.
124–128. Eröffnung: 14.9. 19 Uhr.
Mi–Mo 10–18 Uhr. Bis 6. Februar 2017. 
#AndreasGreinerBG
#berlinischegalerie

Text: Ruth-Janessa Funk